Zerbst l Marion Rudolf (FFZ)sprach im Haupt- und Finanzausschuss die Regenentwässerung an. Konkret ging es ihm um solche Ausnahmefälle wie Anfang August, als starke Niederschläge für überschwemmte Straßen und überflutete Keller in Zerbst sorgten. "Gibt es eine Zusammenstellung der Stellen, an denen das Wasser nicht abfließt?", erkundigte er sich auf der Sitzung am Montagabend.

"Es gibt einen Generalentwässerungsplan der Stadt Zerbst. Bei der Umsetzung ist es wie mit vielem hier - es dauert", entgegnete

(FFZ). Zugleich erklärte er, dass es unmöglich sei, das Rohrleitungssystem derart zu dimensionieren, dass solche plötzlichen enormen Regenmengen von mehreren Litern auf einem Quadratmeter problemlos abfließen. "Das lässt sich nicht finanzieren." Wichtig sei die Erneuerung des Regenwasserkanals durch die Stadt - wenn das realisiert sei, "haben wir viel erreicht".

So laufen längst die Tiefbauarbeiten in der Jeverschen Straße, um einen neuen Regenwasserkanal zu verlegen. 217 000 Euro fließen in diesem Jahr in das drei Bauabschnitte umfassende Projekt. Für 2015 sind nochmals Kosten von 270 000 Euro für die Maßnahme kalkuliert, die bis zur Karl-Marx-Straße geführt wird.

"Was ist mit Hinweisen aus den Ortsteilen zu Problemstellen?", hakte Mario Rudolph weiter nach. "Wir sammeln alle Hinweise", erklärte Heike Krüger, Leiterin des städtischen Bau- und Liegenschafts-amtes. Sie informierte, dass demnächst das Abwasserbeseitigungskonzept für Niederschlagswasser vorgestellt wird, das für die Kernstadt und die Ortsteile vorliegt und aufgrund des neuen Wassergesetzes überarbeitet werden musste.

Es gebe Straßen, in denen Anwohner 30 Jahre lang keine Probleme mit Ober- und Niederschlagswasser hatten, nun jedoch werden sie damit konfrontiert, meldete sich Bernd Wesenberg (Bündnis 90/Grüne) zu Wort. Dies habe mit der Oberflächenversiegelung und dem Verschleiß der Rohre zu tun, gab er zu bedenken. "Es wird uns zunehmend Probleme bereiten, dass wir Wasser nicht loswerden", meinte Wesenberg. "Wenn, dann müssen wir diese Problematik im Komplex betrachten", spielte Helmut Seidler auf nicht geräumte Gräben und Renaturierungsmaßnahmen an den Flüssen an. "Dann müssen wir auch fragen: Wie unterhalten wir unsere Vorflut", schloss er das Thema ab.