Mit den Käse-Seminaren liegt das Umweltzentrum Ronney genau richtig. Das Interesse in der Bevölkerung ist groß. Mit dem Glinder Ziegenhof hat die Einrichtung einen kompetenten Partner. Unlängst wurde ein Sommer-Seminar eingeschoben. Ende September soll schon das nächste Mal Käse in Ronney gemacht werden.

Ronney l Aus fast jeder Milch kann man fast jeden Käse machen, erklärte Gitte Kutschbach vom Glinder Ziegenhof den zwölf Teilnehmern des jüngsten Käse-Seminars im Umweltzentrum Ronney.

Jeder Käse ist anders und Käse ist nie genau gleich. Diese Statements erläuterte die Expertin daran, wie ihre Ziegen gehalten werden. Die dürfen raus auf die Elbwiesen, jeder Tag ist anders. Wetter, Futter wirken sich schon auf die Milch aus. Und natürlich hat der, der den Käse macht, Einfluss...

So waren auch die Damen und die beiden Herren der letzten Käse-Gruppe wieder eine bunte Mischung, von Studentin bis Rentner. Unter ihnen der Zerbster Stadtrat Bernd Adolph mit seiner Frau, die sogar mit dem Fahrrad angereist waren. Adolph hatte von dem Seminar in der Zeitung gelesen. Er sei eben vielseitig interessiert und esse gerne Käse, da wollte er es mal ausprobieren, wie man selber Käse machen kann.

Auch die Landwirtin und Landwirtschaftsstudentin Nicole Ameling aus Bitterfeld fand toll, was ihr in Ronney geboten wurde. Ihre Mutter hatte sie auf das Angebot aufmerksam gemacht. Imkern könne sie schon, erklärte die junge Frau, nun sollte das Käsen dazukommen.

Beginn der Praxis mit "Säurewecker"

Mit den grünen Hauben auf dem Kopf begann für die Kursteilnehmer nach der Einführung und Wissenswertem zur Milch die Praxis. Mit der Zugabe von "Säureweckern" ging es los. Die Milchsäurebakterien sollen helfen, den Käse in die gewollte Richtung zu lenken. Mit Lab wird die Milch im nächsten Schritt dick gelegt. Lab enthält ein Enzym aus dem Magen junger Säugetiere, welches das Gerinnen der Milch bewirkt.

Die Wartezeit wurde dann genutzt, um einen Abstecher in den Schaugarten des Umweltzentrums zu machen. Hier vermittelte Mitarbeiterin Ramona Schmied-Hoboy ein wenig Kräuterkunde. Da gibt es einige Kräuter, die in der Käseherstellung verwendet werden können. Schließlich durfte sich jeder nach Geschmack seine Kräutermischung zusammenpflücken.

Weiter ging es mit der Bearbeitung der gallertartigen Masse - schneiden, rühren, abfüllen, die Kräuterbeigabe nicht zu vergessen. Noch zweimal wird der Käse gedreht, damit ein gleichmäßiger Molkeablauf erfolgt und eine schöne Oberfläche entsteht.

Verkostung leckerer Käsevielfalt

Die Zeiten zwischendurch nutzte Gitte Kutschbach, um den Ziegenhof vorzustellen und einige der hofeigenen Ziegenkäseprodukte zu präsentieren. Nach den vielen leckeren Kostproben konnte der Käse auch zum Mitnehmen erworben werden.

Ob der eigene Käse auch so schmecken würde? Jeder Teilnehmer konnte das Ergebnis seiner Tagesarbeit am Ende für zu Hause einpacken. Die entsprechende Anleitung zur Herstellung gab es obenauf. Einige Teilnehmer waren durchaus gewillt, das Experiment auch zu Hause noch einmal nachzuvollziehen.

Für diejenigen, die erst einmal eine ordentliche Anleitung brauchen, gibt es schon einen Termin für das nächste Tages-Seminar. Es soll am Sonnabend, 27. September, stattfinden, so Ramona Schmied-Hoboy. Die Kapazität ist wie immer begrenzt.

Weitere Informationen und Anmeldungen gibt es im Umweltzentrum Ronney von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 17.30 Uhr unter der Telefonnummer 039247/413 oder unter per Mail unter info@umweltzentrum-ronney.de.

 

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