46 Mädchen und Jungen nahmen am Wochenende am Ausbildungslager der Jugendfeuerwehren teil. Stadtjugendwart Tobias Wolf ist mit dem Ablauf zufrieden.

Zerbst l Etwas müde nippt Benjamin Krieg an seinem Kaffee. Dass es so anstrengend sein würde, hatte er nicht erwartet, gibt er zu. Der 25-Jährige ist zum ersten Mal beim Ausbildungslager dabei. Erst vor zwei Monaten hatte er überhaupt die Leitung der Jugendfeuerwehr von Zernitz und Buhlendorf übernommen, die sich dort gegründet hat. "Für uns ist alles noch ganz neu", erzählt er. Bislang habe er auch wegen der Ferien erst zwei Ausbildungen mit seinen Jugendlichen absolvieren können. "Wir haben uns dort vor allem auf das Lager vorbereitet. Wir haben alle Dinge behandelt, die hier zur Sicherheit gehören. Fast alle anderen Feuerwehrsachen haben meine Jungen und Mädchen hier gelernt." Dafür laufe es ganz gut, meint er und fügt mit ein wenig Stolz an: "Ich bin mir sicher, dass alle die Jugendflamme eins bestehen würden." Dafür müssen die Teilnehmer allerdings mindestens ein Jahr in der Jugendwehr sein. Diejenigen der 36 Jungen und zehn Mädchen, die dieses Kriterium erfüllen, legen am Sonnabend auch die Jugendflammen ab.

Lagerleiter ist der Stadtjugendwart Tobias Wolf. Der 28-Jährige sagt: "Ziel des Jugendlagers ist vor allem die Ausbildung." Bereits am Donnerstagabend waren daher die sechs Jugendgruppen angereist, um am Kiessee in Zerbst ihre Zelte aufzuschlagen.

Während eine Gruppe dann am Freitag in der Schwimmhalle Staffelspiele im Wasser machte, lernte die andere Hälfte die Feuerwehrdienstvorschrift 3 und andere grundlegende Dinge kennen. "Am nächsten Tag wurde dann getauscht", erläutert der Jugendwart.

"Spaß und Spiel sind ein wichtiger Teil des Lagers, allein schon, damit die Kinder lernen, im Team zusammenzuarbeiten", sagt er. So treten alle Wehren gegeneinander beim Lagerwettbewerb an. Die Ergebnisse der Staffelspiele in der Schwimmhalle, eines Staffellaufes, der Nachtwanderung, bei der Aufgaben gelöst werden müssen und vom Wissenswettbewerb fließen zur Gesamtwertung zusammen (siehe Kasten). Darüber hinaus absolviert jeder der Teilnehmer selbst drei Aufgaben. "Wer diese am besten und schnellsten löst, bekommt einen Pokal", fügt er an. Der besseren Vergleichbarkeit wegen teilen die Betreuer die Jugendlichen für diesen Wettbewerb in Altersklassen auf.

Es sei ein Teil der Truppmannausbildung, den die Jugendlichen bei der Nachwuchs-truppe erlernen, weiß der Jugendwart.

Wenn sie dann in den aktiven Dienst wechseln, wissen sie vieles schon - das sei ein Vorteil. Allerdings: "Zwei von zehn kommen in die aktive Truppe", schätzt Wolf ein. Mehr seien es leider nicht. "Der Grund ist immer derselbe. Sie ziehen der Arbeit hinterher", sagt der Landmaschinenschlosser. Dennoch halte er und die anderen 15 Kameraden ihre Arbeit für wichtig.

Benjamin Krieg, dessen Arbeitgeber ihn für das Lager freigestellt hat, meint: "Sicher ist es viel Aufwand. Aber ich will alles tun, um die Kinder von der Straße wegzuholen."

   

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