Zerbst (ssi) l Herrmann Lehmann ist sauer. Der Rentner wohnt in Zerbst in der Marcellstraße. Es hat einige Tage zuvor geregnet, noch immer stehen die Pfützen auf der Straße. "Der Zustand unserer Straße ist erbärmlich, anders kann es nicht mehr beschrieben werden", sagt der Zerbster. Seit 40 Jahren wohne er dort, seitdem sei an der Straße nie etwas gemacht worden. Das werde nun wirklich Zeit, meint er.

"Wenigstens die Bankette hätten mal geschoben werden können", verweist Lehmann auf einen weiteren Missstand. Das Wasser könne auch deswegen nicht mehr ablaufen. Zudem seien die Fußwege auf der gegenüberliegenden Seite derart abgefahren, dass die Pfützen auch über den in den Boden gedrückten Bordstein fließen und Fußgänger teilweise kaum noch den Weg trockenen Fußes passieren können.

Hans-Jürgen Lietz wohnt auch in der Straße, nur etwas näher am Stadtrand. Dort sei die Straße schon besser, aber noch lange nicht gut. "Wenn Autos schnell durch die Pfützen fahren, dann spritzt es bis an die Häuserwände. Das kann doch kein Zustand sein", stimmte er mit seinem Nachbarn überein. Zudem: "Es wackeln buchstäblich die Tassen im Schrank, wenn größere Maschinen vorbeifahren."

Beiden geht es vor allem darum, auf die Missstände hinzuweisen. Sie versicherten, dass viele ihrer Nachbarn in der Marcellstraße das Problem ähnlich sehen würden. Die Fahrbahn sei sogar so schmal, dass sich Autos kaum noch begegnen können, ohne auf den Rand auszuweichen, erzählt Lietz.

Stadtsprecherin Antje Rohm kennt die Problematik. Sie wies darauf hin, dass die Marcellstraße eine Kreisstraße sei. "Momentan haben wir keine neuen Erkenntnisse, ob es dort Vorhaben gibt", betonte sie.

Wegen noch anhaltender Urlaubszeit waren aus dem Kreis gestern keine Informationen zu bekommen.