Blutdruck, Blutzucker, Venenfunktion - Stichwörter, die vor allem die älteren Zerbster beschäftigen. Und genau die konnten sich gestern Tipps für die Gesundheit auf dem Markt abholen. Und nicht nur das: Auf dem Stadtseniorenfest wurde für die Gäste gesungen und getanzt.

Zerbst l Margitta Goldschmidt nimmt ein wenig nervös Platz am Stand der Zerbster Diakonie mitten auf dem Markt. Mitarbeiterin Christina Semrau misst dort auf dem Stadtseniorenfest am Dienstag Blutdruck. "Wenn ich aufgeregt bin, kann der auch mal in die Höhe schnellen", spricht Margitta Goldschmidt aus Erfahrung. Doch wenige Sekunden später kann Christina Semrau sie beruhigen. "Die Werte sind in bester Ordnung."

Das sei nicht bei allen Besuchern der Fall. "Ein großes Problem im Alter ist der Bluthochdruck", erklärt Christina Semrau. Wichtig ist dann die Ernährung. "Auf fettiges Essen sollte verzichtet werden", rät die Mitarbeiterin der Diakonie. Ihre Kollegin Heike Rumpf ergänzt: "Geflügel ist besser als Schwein." Margitta Goldschmidt kennt sich mit dem Thema aus und achtet auf eine "salzarme Ernährung".

Stützstrümpfe für die Venen

Gleich nebenan stehen die weiblichen Besucher am Stand der Neuen Apotheke Schlange, um ihre Venenfunktion testen zu lassen. "Füße heben, senken, heben, senken - so jetzt sind die Venen aufgepumpt", erklärt Apothekerin Antje Wendt. Dann kann getestet werden, ob die Venenklappen noch ordentlich funktionieren. "Das kann eine Folge sein, wenn man im Alltag zu viel sitzt oder steht", erklärt Kollegin Andrea Will. Ihr Rat: An erster Stelle viel Bewegung. Um die Venenfunktion zu untersützten, können auch bestimmte Medikamente, Salben und Stützstrümpfe zum Einsatz kommen.

Auch am Stand von Justin Fritzsche und Anna-Lena Höhn stehen wichtige Themen auf der Tagesordnung. Die Beiden sind Auzubildende der Kreissparkasse. "Wir klären die Besucher zum Beispiel über Sterbegeld auf", sagt Justin Fritzsche. Ein Thema, mit dem sich jeder rechtzeitig auseinandersetzen sollte. Denn: "Bei so einem traurigen Anlass können hohe Kosten auf die Hinterbliebenen zukommen", erklärt die Auszubildende. Hohe Kosten könnten auch entstehen, wenn die stürmischen Enkelkinder zu Gast sind oder ein Haustier zum Familienmitglied wird, zählt Anna-Lena Höhn auf. "Dafür bieten die Öffentlichen Versicherungen extra Tarife an."

Auf der Bühne stimmt derweil der Kinderchor der Kindertagesstätte Benjamin Blümchen sein erstes Lied auf der Bühne vor der St. Nicolaikirche an. Die Gäste klatschen begeistert im Takt. Hunderte Besucher sind am Dienstag zum fünften Stadtseniorenfest gekommen. Unterhalten wurden sie unter anderem von den Kindern der Kita Zerbster Strolche, den Schülern der Grundschule An der Stadtmauer, von dem Zerbster Chor der Volkssolidarität, der Seniorentanzgruppe des Heimatvereins Walternienburg, dem Singekreis Steckby sowie dem Landespolizeiorchester.

Bewegung gegen Diabetes

Direkt neben der Bühne haben die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ein Zelt aufgebaut. Im Angebot: Frische Waffeln und Kaffee gegen eine Spende. Die Schlange reist den ganzen Tag nicht ab. Gegenüber führt Franziska Jochheim vom DRK einen Blutzuckertest durch. Besucherin Marianne Berlin will wissen, ob die Gefahr von Diabetes besteht. Ihr Wert liegt bei 6,9. "Alles gut, unter dem Wert 8 deutet nichts auf Diabetes hin", erklärt Franziska Jochheim.

Ihre Kollegin Jeanette Kilz gibt Tipps, wie man der Krankheit vorbeugen kann: "Genügend Bewegung und eine gesunde Ernährung." Beim DRK gebe es zum Beispiel extra einen Tanzkurs für Senioren. Wer sich allein nicht mehr so gut bewegen kann, findet Hilfe bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Der Stand der Mitarbeiter liegt etwas abseits von der Bühne.

Sylvana Hohenstein und Silvia Dähne nehmen sich dort Zeit, um die Besucher über die Angebote der Tages- und Nachtpflege sowie des Seniorenzentrums aufzuklären. "Wir wollen die Angst nehmen und laden die Betroffenen ein, sich bei uns im Zentrum umzuschauen", sagt Leiterin Silvia Dähne. Für Ergotherapeuin Sylvana Hohenstein gilt der Grundsatz: "Wer rastet, der rostet." Ob durch Denkaufgaben oder Bewegungsspiele, die Senioren sollten immer in Aktion bleiben.

   

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