Eine offene Einrichtung war das Umweltzentrum Ronney am Sonnabend zum Tag des Dankes und zum Jubiläum 20 Jahre freie Trägerschaft.

Ronney l Dass vor gut einem Jahr noch kaum etwas wieder war, wie vor der Hochwasserkatastrophe im Juni 2013, das ist heute nur noch an Hand von Fotos nachvollziehbar. Das Objekt zeigt sich vielmehr von seiner schönsten Seite - alles frisch saniert, modern instand gesetzt, in gepflegter Anlage.

"Bei der Hochwasserkatastrophe 2013 war zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte das Haupthaus überschwemmt", blickte Hartmut Kühnel, seit Mitte Juli der Vorsitzende des Vorstandes des Fördervereins Umweltzentrum Ronney, auf die Ereignisse des vergangenen Jahres zurück. Das Umweltzentrum musste quasi von Grund auf neu aufgebaut werden. "Gerettet hat uns eine Spende friesischer und ostfriesischer Zeitungen", erinnerte er. 60000 Euro aus der Fluthilfe-Spendenaktion der zehn ostfriesischen Tageszeitungen kamen dem Umweltzentrum zu Gute. Das war die größte, aber bei weitem nicht die einzige Spende. Insgesamt 95000 Euro kamen zusammen. Allen Spendern zu danken, war am Sonnabend ein Anlass, in das Umweltzentrum einzuladen. Der andere Grund war das Jubiläum, dass sich das Haus seit 20 Jahren in Trägerschaft des Fördervereins befindet.

Dank und Anerkennung gingen an Wolfgang Albert, der seit Vereinsgründung 1990 bis zum Juli der Vorsitzende war. Unter dem "Mann der ersten Stunde", der sich selbst als "Zeitzeuge" bezeichnete, weil er alle Höhen und Tiefen der Umsetzung der "Vision Umweltzentrum" miterleben durfte, und dem langjährigen Stellvertreter Manfred Werner, sowie weiteren Mitstreitern im Verein hat sich das Umweltzentrum enorm entwickelt und ist heute überregional bekannt.

Die Ökoschule im Haus, nach wie vor vom Landkreis getragen, ist eine von sechs Ökoschulen in Sachsen-Anhalt. Die Bedeutung der Einrichtung und das Engagement des Vereins wussten am Sonnabend Vertreter von Stadt, Land und Landkreis zu würdigen. Staatssekretärin Anne-Marie Keding vom Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft war nach Ronney gekommen, anstatt der Auftaktveranstaltung zum Tag der Regionen beizuwohnen. Sie schwor vor allem auf die Nachhaltigkeit, auf die die Projekte und Angebote der Einrichtung ausgelegt sind.

In Vertretung des Zerbster Bürgermeisters vermittelte Evelyn Johannes, wie stolz die Stadt Zerbst sei, eine solche Einrichtung zu haben. Es gehörten besonderer Mut und Entschlossenheit dazu, den Wiederaufbau anzugehen, lobte auch sie den Einsatz der Beteiligten. Die Stadt hatte das Umweltzentrum der Partnerstadt Jever für die Spendenaktion der Zeitungen empfohlen. Wie groß war die Freude als die Botschaft über die Spende kam ...

Zum "Tag des Dankes" folgten noch viele Dankesworte, von Hartmut Kühnel, von den Gastrednern, von Wolfgang Albert - an den damaligen Landrat Georg Credo, an den Walternienburger Ortsbürgermeister Heinz Reifarth, an Förderstellen und weitere Unterstützer.

Den Gästen sollten Einblicke gewährt werden, wie sich das Objekt verändert hat, wie es wieder zum attraktiven Lern- und Erlebnisort für Kinder und Erwachsenen aus nah und fern aufgeblüht ist. "Wir haben nicht nur wiederhergestellt, sondern auch vorgesorgt", beschrieb Kühnel die hochgebaute Heizungsanlage, Vorrichtungen an Fenster und Türen, besondere Fußböden etc. Es sind nun noch ein paar Kleinigkeiten, die fehlen, darunter eine Hochleistungspumpe, denn Hochwasser drückt immer auch von unten -"Spendenbedarf besteht nach wie vor."

Neben Rundgängen durch das Objekt wurde den Gästen kulinarisch einiges aus eigener Herstellung geboten - von Backofenbrötchen über Apfelsaft, selbstgebackenen Kuchen, bis zum Honig etc. Vor allem die jüngeren Besucher konnten in die Kreativangebote hineinschnuppern. "Für das nächste Jahr sind wir schon wieder gut ausgebucht", ließ Hartmut Kühnel wissen.

   

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