Regionales Essen nicht nur in der heimischen Küche, sondern auch im Restaurant? Die Arbeitsgruppe Regioküche hat sich dem Thema angenommen und präsentierte jetzt die Ergebnisse.

Zerbst/Dessau l Ralf-Peter Weber von der Regionalmarke Mittelelbe bringt es in seiner Präsentation auf den Punkt: "Normalerweise kennt man ja nur Leader-Projekte von Denkmälern oder sanierten Kindertagesstätten." Dass die europäische Förderung auch Gefüllter Meckersack auf Himmel und Erde bedeuten kann, das wüssten nur die wenigsten. Diese Köstlichkeit ist der Anhalt-Teller, den der Kochverein Anhalt entwickelt hat. Am vergangenen Dienstag wurde das Gericht gemeinsam mit den Ergebnissen einer Studie, die untersucht hat, warum die Restaurants vor Ort nicht mit regionalen Produkten kochen, präsentiert.

"Unser Ziel war die Zusammenarbeit des Gastgewerbes mit lokalen und regionalen Produzenten", sagte Ralf-Peter Weber. Zunächst wurde untersucht, was Regionalität überhaupt bedeutet. "Die Definition der Regionalmarke ist, dass regionale Rohstoffe auch regional verarbeitet werden", so Weber. Die Region wurde bei der Studie weiter gefasst als in der "Macht die Stadt mich satt"-Serie der Volksstimme. Und zwar umfasst sie die Landkreise Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg und die Stadt Dessau-Roßlau.

Die Ergebnisse sind interessant und decken sich bisher mit den Ergebnissen aus der Zeitungs-Serie. So wird Gemüse sowohl regional angeboten und es ist für die Gastronomen verfügbar. Das gleiche gilt für Käseprodukte (siehe Grafik). "Das Fleisch ist unsere Problemzone, da es regional nicht verfügbar gemacht werden kann", sagt Ralf-Peter Weber.

Als Auftraggeber auf der Seite der Direktvermarkter in der Region stand der Bauernverband Anhalt. Geschäftsführer Heinz Vierenklee bringt ein weiteres Hindernis auf den Punkt: "Wir haben Probleme, die Gastronomie, Anbieter und den Bauernverband zusammenzubringen." So gibt es zwar ein Direkvermarkterverzeichnis Sachsen-Anhalt mitsamt Einkaufsführer. Dieses sei den Gastronomen aber nicht bekannt. Der Vorsitzende des Kochvereins Anhalt-Dessau, Thomas Wolffgang, gibt zu bedenken: "Jammern alleine hilft ja nichts." Die Studie habe gezeigt, dass noch jede Menge Gesprächsbedarf bestehe. Allerdings betont er, dass regionale Produkte günstiger seien, besser schmecken würden und dass man es frischer nicht kriegen könne. "Der Kochverein und der Bauernverband haben nacheinander gesucht", erklärt Wolffgang. Deshalb wird das Projekt in jedem Fall weitergeführt. "Ob auch wieder mit der europäischen Förderung wissen wir aber noch nicht", so Heinz Vierenklee vom Bauernverband. Dabei soll vor allem die Wertschöpfungskette Fleisch im Fokus stehen.

Ein erstes Ergebnis ist aber die "Genießertour" - eine Broschüre, in der alle Restaurants verzeichnet sind, die auf regionale Küche setzen. Die meisten von ihnen befinden sich in Dessau, aber auch die Zerbster Gastronomie "Rephuns Garten" ist darin aufgeführt. Der anfangs angesprochene Anhalt-Teller ist ein essbares Ergebnis, das in vielen Restaurants sehr beliebt ist. Hinter dem gefülltem Meckersack auf Himmel und Erde verbirgt sich übrigens eine geschmorte und mit Ziegenkäse gefüllte Rinderhüfte mit Schwarzbiersauße, Apfel-Zwiebel-Gemüse und deftigem Kartoffelpuffer.