Zerbst l Bislang existieren innerhalb der Einheitsgemeinde Zerbst 13 verschiedene Baumschutzsatzungen. Mit der zum 1. Januar 2015 erfolgenden An-passung des Ortsrechts der 2010 in die Stadt eingemeindeten Ortschaften bietet sich die Chance zur Erstellung einer für alle geltenden Satzung. Mit dem neu erarbeiteten Paragraphenwerk befasste sich jetzt der Bau- und Stadtentwicklungsausschuss.

Die wesentlichste Änderung sei die Heraufsetzung des Stammumfanges für geschützte Bäume, die bislang zwischen 30 bis 50 Zentimetern variierte, auf jetzt 100 Zentimeter, wie Ute Schilling vom städtischen Grünflächenamt erklärte. "Der Sprung ist mir zu groß", meinte Christiane Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen). Mit der jetzigen Regelung sollen vor allem ortsbildprägende Bäume geschützt werden, während es sich bei Gehölzen mit solch geringen Umfängen meist um Wildwuchs handele, erläuterte Ute Schilling. Zugleich bemerkte sie, dass Baumreihen und Alleen nach dem Naturschutzgesetz extra geschützt sind.

Christiane Schmidt bemängelte ebenfalls, dass bei geforderten Ersatzpflanzungen die Baumgröße nicht mehr festgelegt sei. "Ich bin strikt dagegen, dass das derart freigestellt wird", betonte die Kommunalpolitikerin. Festgelegt ist einzig, dass es sich bei der Neuanpflanzung um einen Laubbaum handeln muss. "Ich bin dafür, dass jeder Eigentümer für sich selbst entscheiden kann, was er für einen Baum pflanzt", meinte Holger Behnke (CDU). "Der Baum als ökologisches Element ist für uns alle da", gab Christiane Schmidt zu bedenken.

Ute Schilling machte noch auf die neue Regelung aufmerksam, dass anstelle einer Ersatzpflanzung auf dem eigenen Grundstück auch eine Ausgleichszahlung an die Stadt möglich sei. Diese beläuft sich - inklusive dreijähriger Anwuchspflege - auf 500 Euro. Mit dem Geld wird dann ein Baum auf Gemeindeland gepflanzt.

Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) warf diplomatisch ein, dass man sich momentan in der Anhörungsphase befinde. Sämtliche Anregungen und Vorschläge werden gesammelt. "Die Endfassung der Baumschutzsatzung wird erst im Dezember im Stadtrat vorliegen." Der Ausschuss bestätigte den jetzigen Entwurf bei einer Gegenstimme.