Auch in diesem Jahr hat das Abangeln in Deetz wieder mehr als 1000 Menschen angelockt. Die freiwilligen Helfer sorgten mit der Fischernte für Begeisterung bei den Besuchern.

Deetz l "Ich bin total begeistert und beeindruckt. Ich bin das erste Mal hier und total baff, wie groß manche Fische hier sind. Im nächsten Jahr sind wir auf jeden Fall wieder hier - und dann auch früher, um noch mehr zu sehen", war Janine Sonets Bilanz nach drei Stunden, die sie beim Abfischen in Deetz am Sonnabend verbracht hatte.

Sie war mit ihrer Familie angereist - extra aus Roßlau. Damit war sie aber keine Ausnahme. Hunderte Menschen strömten aus allen Himmelsrichtungen an diesem Wochenende nach Deetz, um in der Teichwirtschaft von Hannelore Sachse das Abangeln zu beobachten.

Etwa 15 freiwillige Helfer hatten sich wieder gemeldet, um Karpfen, Hechte und Rotfedern mit dem Netz im Becken zu fangen. Peter Sandmann ist "Dienstältester" unter den Helfern, wie die anderen ihn nennen. Seit er 14 Jahre alt ist, ist der Deetzer mit dabei, wenn abgefischt wird.

"Ich bin hier aufgewachsen, habe früher hier geholfen. Hier in Deetz war quasi die Karpfenzucht für die gesamte DDR Bevölkerung. Auf 44 Hektar Nutzfläche im Teich setzten wir 10 000 Karpfen auf einen Hektar aus. Wenn sie größer wurden, gaben wir sie weiter an Hohenziatz, Hohenlochow und Bone", erinnert er sich.

Die Fischzucht in seinem Ort hat ihn nie losgelassen, auch wenn er in den Beruf des Industriemonteurs gegangen ist. Aber pünktlich im Oktober ist er in Deetz, egal, wo es ihn vorher hin verschlagen hat. "Da hab ich immer Urlaub, um hier mitzuhelfen. Ich kann fast das ganze Jahr nicht meinem Hobby nachgehen, hier hole ich dann etwas auf. Es ist der perfekte Ausgleich zum Arbeitsleben", sagt er. Und sein Chef, der wisse auch Bescheid, dass Peter Sandmann in dieser Zeit immer frei hat. "Da gibt es keine Diskussionen", meint der 53-Jährige.

Auch vor Ort ist Familie Weiß aus Meyendorf in der Börde. Marcel und Susanne Weiß sind mit Töchterchen Maike angereist. Das Deetz nicht gerade um die Ecke ist, stört sie nicht. "Ich bin fast jedes Jahr hier und es ist immer toll", schwärmt Marcel Weiß. Er ist Angler aus Leidenschaft. "Und deshalb finde ich es hier immer gut. Sobald es Fische zu gucken gibt, ist alles gut", sagt er mit einem Augenzwinkern.

Auch wenn Frau Susanne das Hobby nicht unbedingt mit ihrem Mann teilt, kann sie sich trotzdem für die Veranstaltung begeistern. "Außerdem komme ich aus einer Anglerfamilie und habe einen Angler geheiratet. Da wächst man also rein", ergänzt sie mit einem Lächeln.

Aber egal ob Mann, Frau oder Kind, Jung oder Alt - spätestens, wenn die schönsten, größten, schwersten und auch unverkäuflichen Karpfenexemplare aus dem Netz gezogen und wieder frei gesetzt werden, staunen alle. Fast wie riesige Goldfische liegen sie in den Armen der Helfer, bevor sie dann wieder im dunklen Wasser verschwinden.

   

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