Zerbst/Lindau l Die Instandsetzung der Lindauer Turnhalle wird teuer als vermutet. Um die momentan gesperrte Sportstätte wieder freigeben zu können, sind nicht nur die ursprünglich vorhandenen Prallwände zu erneuern. Vielmehr muss ein umlaufender Prallschutz hergestellt werden, da die Halle zukünftig neben dem Vereins- und Freizeitsport ebenfalls von der örtlichen Grundschule für den Schulsport genutzt werden soll. Das bedeutet, dass die Sanierung neben den Stirnwänden auch die Längsseiten beinhaltet. Dies verursacht nun weitere Kosten, wie Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) im Zerbster Haupt- und Finanzausschuss ausführte. Die Höhe bezifferte das Stadtoberhaupt mit 7545 Euro.

Dankeschön geht an engagierte Sportler

Zu dieser außerplanmäßigen Ausgabe kommen 6030 Euro hinzu. Diese Summe setzt sich aus mehreren notwendigen Maßnahmen zusammen, wie Dittmann den Ausschussmitgliedern erläuterte. So sind unter anderem die Kletter- und Sprossenwände zu befestigen, eine Brandschutztür einzubauen, die Flucht- und Rettungswege zu kennzeichnen und das Parkett auszubessern. Unterm Strich ergeben sich damit insgesamt Mehrkosten über 13 575 Euro, die nun zusätzlich anfallen zu den 25 000 Euro, die bereits im April für die Turnhalle bewilligt worden sind.

In dem Zusammenhang hob Dittmann das Engagement der Sportler vor Ort hervor, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten tatkräftig für die Turnhalle eingebracht haben. Ausdrücklich dankte er ihnen.

Allerdings ließ der Bürgermeister ebenfalls nicht unerwähnt, dass die Turnhalle in naher Zukunft weitere Investitionen erfordern wird. So ist das Heizungssystem marode. Wenn Lindau an das Erdgasnetz angeschlossen wird, soll die Erneuerung der Anlage erfolgen. Die Kosten veranschlagte Dittmann mit 12 500 Euro.

Heizung und Parkettboden sind Zukunftsaufgaben

Auch der Sportboden wird irgendwann seine Schwingfähigkeit einbüßen, wie es das Stadtoberhaupt ausdrückte. Basierend aus den Erfahrungen der Sanierung des Parkettbodens in der Güterglücker Turnhalle sei hier mit einer Ausgabe von rund 30 000 Euro zu rechnen.

Das vorderste Ziel ist jetzt jedoch erst einmal die Fertigstellung der Prallwände und die Erfüllung all der anderen Auflagen, die sich zwischenzeitlich ergeben haben. "Am 8. November soll die Turnhalle um 9.30 Uhr mit dem ersten Spiel der Volleyballer wieder zur Nutzung freigegeben werden", blickte Dittmann auf den wohl vor allem von den Lindauern herbeigesehnten Termin voraus. Immerhin sind fast zwei Jahre vergangen, seit die Halle Ende 2012 wegen Schäden an den Prallwänden gesperrt worden war. Der Landkreis als Eigentümer des Gebäudes hatte eine Reparatur abgelehnt und erst nach zähen Verhandlungen konnte die Stadt Zerbst die Sportstätte übernehmen und handeln. Dafür verkaufte Lindau Ackerflächen.