Zerbst l Für viele von ihnen gab es an diesem Nachmittag ein Wiedersehen mit ihrer einstigen Arbeitsstätte und früheren Kollegen. Ehemalige Meister der Wema und weiterer Betriebe erlebten einen vom Betriebsratsvorsitzenden der EMAG Werkzeugmaschinenfabrik Zerbst, Manfred Dreibrodt, geführten Betriebsrundgang, zu dem auch ein kurzer Imagefilm über den aktuellen Betriebsprozess gehörte.

"Am 1. September 1970 begannen wir eine Ausbildung zum Meister, den wir am 30. Juni 1972 erfolgreich beendet haben", erinnert sich Dieter Jäger. Die meisten der insgesamt 30 männlichen Teilnehmer, die überwiegend Mitte der 1940er Jahre geboren wurden, waren aus Zerbster Betrieben. Aus der Wema nahmen 22 Facharbeiter diese Ausbildung auf. Die anderen Meisterschüler waren unter anderem in der Zerbster Holzindustrie, dem DLK, dem Fleischkombinat und bei Leichtbauelemente beschäftigt.

Der mit Abstand älteste Teilnehmer war der heute 81-jährige Willi Saar, der sich nach Vorbereitungskursen mit 39 Jahren auf die Meisterausbildungsschulbank setzte.

Da zwischen der Schulausbildung und Beginn des Meisterstudiums eine relativ große Zeitspanne lag, nahmen viele an einem vorangestellten Meistervorbereitungskurs in der Kreisvolkshochschule teil, in dem in Schwerpunktfächern noch einmal Stoff bis zur 10. Klasse wiederholt und gefestigt wurde.

Der Unterricht in beiden "Meisterjahren" wurde in 15 Fächern von 14 Lehrern erteilt und umfasste insgesamt etwa 900 Stunden. Sie fanden montags und mittwochs, jeweils von 16 Uhr beziehungsweise 17 Uhr bis 20 Uhr, und sonnabends von 7 bis 12 Uhr statt, durchweg außerhalb der regulären Arbeit in ihren Betrieben.

Im Laufe der vergangenen gut 40 Jahre trafen sich die früheren Studien-, in vielen Fällen auch Arbeitskollegen, immer wieder mal zu "Klassentreffen". In der vorigen Woche wurde der interessante Nachmittag nach der Wema-Exkursion mit vielen Gesprächen und Erinnerungen im Gartenrestaurant "Blume" fortgesetzt.