Am Freitag wurde die neue Ausgabe des Zerbster Heimatkalenders für 2015 vorgestellt. Auf über 230 Seiten finden die Leser Episoden, Geschichtliches, Gedichte, Fotos und mehr zu Zerbst und zur Region Anhalt.

Zerbst l "Es ist ein wahres Lesevergnügen", schwärmt Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) während der Vorstellung des neuen Heimatkalenders am Freitag auf dem Weihnachtsmarkt. Der Stolz ist ihm anzusehen. Später verrät er, er sei vor allem stolz auf die Leistung derer, die am Kalender mitgewirkt haben und natürlich auf die Stadt und die Region, die auch nach über 50 Ausgaben Zerbster Heimatkalender noch reichlich Stoff für weitere Geschichten liefere.

Doch von vorn: Es ist schon Tradition, dass jährlich kurz vor Weihnachten die neue Ausgabe des Heimatkalenders erscheint. Das aktuellste Exemplar, herausgegeben vom Verein Regionalgeschichte Anhalt-Zerbst e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadt Zerbst, wurde feierlich auf dem Zerbster Weihnachtsmarkt, in der Kirche St. Bartholomäi, vorgestellt. Viele Zerbster und Lokalpatrioten waren zur Vorstellung gekommen. Und von fast allen war zu hören: "Endlich! Den nehme ich mir heute mit."

Die große Resonanz auf das kleine Büchlein, das mit seinen 232 Seiten schon fast als Schmöker zu bezeichnen ist, ist groß. Das freut auch Agnes-Almuth Griesbach, in erster Funktion Leiterein des Museums Zerbst, aber eben auch das Herz und die Seele des Heimatkalenders. Sie ist Teil der ehrenamtlichen Redaktion, genau wie Wolfgang Berkling, Frank Besener, Heinz-Jürgen Friedrich, Helmut Hehne, Dr. Jörg Lobedank, Annegret Mainzer und Dr. Inge Werner. "Durch die Zerstörung von Zerbst im Krieg ist viel sichtbares Kulturgut verloren gegangen. Mit dem Kalender wollen wir ein Stück Geschichte und Kultur wiederbeleben", erklärte Agnes-Almuth Griesbach.

In seiner aktuellsten Ausgabe widmet sich der Kalender in großen Teilen der Zerstörung Zerbsts vor 70 Jahren. "Das ist kein schönes Thema, aber es ist wichtig und hat das Leben in unserer Stadt sowie das Stadtbild nachhaltig verändert", sagt Bürgermeister Dittmann.

Traurige Kaptiel, die aber zur Geschichte der Stadt gehören, wie "Nach Kriegsende: Das Sterben der Kinder" oder "Soldatengrab Hohenlepte" werden sicher vielen Lesern sehr nahe gehen.

Ebenfalls finden sich viele Biografien von Wissenschaftlern oder Künstlern wieder, die in ihrem Schaffen einen Bezug zur Stadt hatten. So beschäftigt sich ein Kapitel mit Jules Vernes, dem französischem Schriftsteller, und Zerbst. In seinem Werk "Der Weg nach Frankreich" kreuzen die Protagonsisten nämlich die Stadt. Außerdem wird ein Kapitel dem Baumeister, Bildhauer, Stuckateur und Maler Johann Christoph Schütze gewidmet. Er war an vielen Bauwerken der Stadt planerisch oder ausführend beteiligt. Auch die Dörfer rund um Zerbst finden im neuen Heimatkalender ihren Platz. Unter anderem wird auf Kleinleitzkau und Wertlau geblickt, die vor 800 Jahren ihre erste Erwähnung fanden.

Nicht fehlen darf natürlich die Ankündigung der 13. Internationalen Fasch-Festtage. Auch das 25-jährige Jubiläum der Jägerschaft Zerbst findet im Kalender seinen Platz.

Die genannten Themen zeigen nur einen Teil des breiten Themenspektrums. Und Agnes-Almuth Griesbach verrät schmunzelnd: "Kaum ist das aktuelle Buch raus, denke ich schon wieder an das nächste." Eine allzu lange Pause wollen sich die Ehrenamtlichen rund um den Heimatkalender also nicht gönnen. Für den Moment bleibt allen Interessenten aber erst einmal der Heimatkalender 2015.

Der Kalender ist in der Buchhandlung Gast, Fritz-Brandt-Str., 23, erhältlich.

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