"Das ist der KfL!" Viele Leser ordneten das in dieser Woche gesuchte Heimatfoto sofort dem einstigen Zerbster Kreisbetrieb für Landtechnik zu. Vielfältige Erinnerungen verbanden sie mit dem historischen Motiv.

Zerbst l Günter Lange kann sich genau an das Gebäude erinnern. "Das wurde zwischen 1969 und 1971 errichtet." Danach arbeiteten 500 Menschen in dem Betrieb, "dem zweitgrößten hinter der Wema". Tausende Erinnerungen habe er an dieses Gebäude. "Ich war nämlich zwischen 1977 und 1987 dort Betriebsdirektor", erklärt der Zerbster. Angefangen habe er dort "1970 als kleiner Ingenieur", fügt er an. Günter Lange entsinnt sich noch, wie in der Bauphase ein Reporter der Volksstimme in das Gebäude kam. Dort sei gerade jemand dabei gewesen, Betonteile zu gießen. Auf die Frage, was er genau fertige, habe dieser dem Reporter geantwortet: "Ich gieße Ballastgewichte für den ZT 300." Alle haben gelacht, erzählt Lange. Traktoren wie der in Schönebeck gebaute ZT 300 waren die Hauptaufgabe des KfL in Zerbst. Genauer gesagt, war es deren Instandhaltung.

"Wir haben die Traktoren zerlegt und wieder zusammengebaut", schildert Detlef Teßmann. "Ich habe im KfL Motorenschlosser gelernt und war dort bis zur Wende tätig", bemerkt der Zerbster. Und er war wie erwähnt längst nicht der einzige. "Meine Frau hat über 17 Jahre im KfL gearbeitet", berichtet Hans-Joachim Heinemann. Horst Lehmann aus Lange war ebenfalls in dem Kreisbetrieb für Landtechnik beschäftigt. "Ich habe den Chef gefahren", erzählt der Loburger von seiner Funktion als Chauffeur. Im Wolga brachte er Günter Lange zu Besprechungen und Terminen.

Zeitweilig war in dem ehemaligen Verwaltungs- und Sozialgebäude des KfL ebenfalls die Kombinatsleitung untergebracht. "Ich habe dort etwa 15 Jahre in der Finanzplanung gearbeitet", verrät Erika Lange aus Zerbst. "Es hat Spaß gemacht", blickt sie zurück.

Harald Neupert kennt das Gebäude aus seinem Beruf heraus. Als Klempner hat der Zerbster dort öfter Reparaturen ausgeführt. Unterdessen ist Lieselotte Böttge aus Leitzkau zum Essen hingefahren. Die Betriebskantine hatte einen sehr guten Ruf. "Da ist eine schöne Küche drin gewesen", weiß auch Lothar Platte aus Schora. Er kann sich ebenfalls noch wunderbar an das Pförtnerhaus erinnern, das nicht nur den Zugang zum KfL bildete, sondern ebenfalls zum AGP "Metall". In dieser zentralen Einkaufsstätte waren unter anderem technische Gase erhältlich. "Die Pförtner waren sehr streng. Man musste sich anstellen, wenn man Sauerstoff abholen wollte. Da musste man viel Zeit mitbringen."

"Mein Mann hat die Fliesen am Pförtnerhaus angebracht", erzählt Erika Bamm aus Leitzkau. Braun seien diese gewesen mit blauen Streifen drin, ergänzt ihr Gatte aus dem Hintergrund heraus. Mit seinen Kollegen vom Kreisbaubetrieb legte er auch im Inneren des KfL-Gebäudes Hand an. Derweil berichtet Hans-Joachim Heinemann noch: "Das Pförtnerhaus des AGP ,Metall` war mein Gesellenobjekt zur Prüfung als Elektroinstallateur."

Zu jenen, die das historische Motiv erkannt haben, gehören ebenfalls Siegfried Schellin und Andreas Gedam aus Güterglück, Hannelore Ölze aus Leitzkau sowie Renate Rast und Margitta Bahrmann aus Zerbst.

Unter allen Anrufern wurde ein Kaffeepott verlost. Diesen kann sich Erika Lange aus Zerbst ab Montag in der Lokalredaktion, Alte Brücke 45, abholen.

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