Gestern endete das zweiwöchige Betriebspraktikum der neunten Klassen des Francisceums. Hinter den Gymnasiasten liegen zwei Wochen des Schnupperns in den Berufsalltag.

Zerbst l Wie jedes Jahr müssen alle Neuntklässler des Francisceums im Januar ein zweiwöchiges Betriebspraktikum absolvieren. Ziel ist, in die jeweiligen Jobs zu schnuppern und den Arbeitsalltag, den Aufbau und die Organisation des jeweiligen Betriebes kennenzulernen. Dabei wählten die Mädchen und Jungen verschiedene Berufe. Die Schüler sind nämlich selber für einen Praktikumsplatz verantwortlich. Jeder Praktikant darf jeden Tag maximal sieben Stunden am Tag arbeiten. Nach Abschluss des Praktikums müssen alle Teilnehmer eine Praktikumsmappe erstellen, die in den Fächern Wirtschaft oder Sozialkunde abgegeben wird. In dieser Mappe sind Tätigkeitsberichte, eine Praktikumsbestätigung und Informationen zum Betrieb enthalten. Beliebt sind Autohäuser, Kindergärten, Grundschulen und die Werzeugmaschinenfabrik (Wema).

Metallbauteile feilen in der Werkzeugmaschinenfabrik

Gleich drei Praktikanten beschäftigt die Wema von 7 bis 14.45 Uhr. Der 14-jährige Elias Wenzel zieht positive Bilanz: "Ich finde es cool zu sehen, wie Werkzeuge hergestellt werden. Das Praktikum ist eine gute Möglichkeit, in das Berufsleben zu schnuppern." Elias arbeitet mit seinen Mitschülern Philipp Lüer und Morice Bohn gerade an einer Abziehvorrichtung. Sie sagen: "Um diese Abziehvorrichtung herzustellen, müssen wir viele Metallstücke bearbeiten, indem wir bohren, feilen und sägen." Peter Müller, der Lehrausbildende, schätzt sie als nicht schlecht ein, allerdings gebe es noch Luft nach oben, besonders im Qualitätsbewusstsein. Zum Schluss fügen alle drei Praktikanten jedoch noch begeistert hinzu, dass das Essen in der Kantine günstig und - wie sie besonders betonen - sehr lecker sei.

Betten schieben im

Zerbster Krankenhaus

Auch im Krankenhaus arbeiten zwei Praktikanten. Justin Grützkau und Franz Hoffmann antworten auf die Frage, was ihre Aufgaben seien, wie aus einem Mund: "Betten schieben!" Nach einer kurzen Pause ergänzen sie: "Außerdem dürfen wir Essen und Getränke verteilen und mit einer Schwester die Patienten auch aus dem Aufwachraum oder in die OP-Schleuse fahren." Justin findet diesen kleinen Einblick in die medizinische Richtung sehr interessant, das Personal sehr aufgeschlossen und nett und kann sich ein erneutes Praktikum in den Ferien gut vorstellen. Auch Franz gefällt es. Er deutet an: "Vielleicht kehre ich noch einmal hierher nach meinem Schulabschluss zurück. Aber dann bestimmt nicht als Pflegepersonal."

Medikamente sortieren

in der Jever-Apotheke

Woanders macht Lena Ball ihr Praktikum. Sie arbeitet in der Jever-Apotheke. Sie sagt: "Das Praktikum war so gesehen nur eine Zweitwahl. Eigentlich wollte ich ins Theater nach Dessau. Aber im Nachhinein war es ganz schön. Meine Kollegen sind nett und es war auch interessant. Als Job könnte ich mir das aber nicht vorstellen, da würde ich dann doch lieber ins Theater."

Ihre Aufgaben sind es, Zeitungen zu stempeln, Medikamente einzuscannen, Preise dafür zu schreiben und diese dann in die Freiwahl einzusortieren. Sie erklärt: "In der Freiwahl kann der Kunde sich selbst bedienen. Für Produkte aus der Sichtwahl muss der Kunde sich an das Personal wenden."

Weiter erzählt sie, dass es außerdem noch das Generalalphabet, das sind elf Lagerschränke mit jeweils 18 Schubladen, gebe. "Diesen Schrank durfte ich auch putzen", fügt sie hinzu. Einmal durfte Lena eine Anti-Hornhaut-Salbe zusammenrühren.

Bemerkenswert findet Lena Ball, wie freundlich und nett das Personal der Apotheke auch mit gestressten Kunden umgeht.

Biberreviere kontrollieren im Biosphärenreservat Mittelelbe

Johann Reifarth, der in der Außenstelle des Biosphärenreservats Mittelelbe in Steckby sein Praktikum absolviert, wird von Ranger Axel Zehle angeleitet. Sie betreuen im Gebiet von Brambach bis nach Magdeburg die Quartiere der Biber und versuchen, Probleme oder Konflikte mit diesen Nagetieren zu lösen. Johann berichtete zum Beispiel: "Einmal hatte ein Biber einen Acker unter Wasser gesetzt." Weiter ergänzt er: "Außerdem kontrollieren wir auch noch Pflanzenschutzflächen für die Sandsilberscharte und die Naturschutzgebietsschilder und bringen gegebenenfalls neue an." Johann findet es erschreckend, wie oft solche Schilder gestohlen werden und wie von vielen die Umwelt zerstört wird.

Dieses Praktikum hatte er gewählt, weil er gerne einen Beruf in der Natur kennenlernen wollte, gerne draußen ist und Tiere beobachtet.

Sein Fazit ist, dass er sich diesen Beruf als seine Zukunft sehr gut vorstellen kann, weil diese Arbeit großen Spaß macht.

Fotografieren und schreiben bei der Zerbster Volksstimme

Ich, als Praktikant der Volksstimme, finde mein Praktikum ebenfalls sehr interessant und aufschlussreich. Ich wollte erfahren, wie es hinter den Kulissen abläuft und was so alles in das Aufgabengebiet eines Redakteurs gehört. Meine Kollegen sind sehr nett und ich kann einmal in den Redakteursberuf schnuppern. Ich habe inzwischen gelernt, wie eine Zeitung aufgebaut ist, wie man einen Artikel schreibt und auch wie schwierig es manchmal ist, so eine Zeitung jeden Tag zu füllen. Den Beruf des Redakteurs finde ich persönlich sehr interessant, da er sehr abwechslungsreich ist und täglich neue Herausforderungen stellt.

   

Bilder