Ein Kuratorium, das die Vorbereitung und Durchführung des Jubiläums " 800 Jahre Anhalt " im Jahr 2012 unterstützt, soll am 9. April in Ballenstedt konstituiert werden. Dort soll, so ein Ergebnis der Beratung der Lenkungsgruppe am Dienstag in Zerbst, auch das fertige Konzept " Anhalt 800 " erstmals präsentiert werden.

Zerbst. Das Wort vom Zusammenwachsen dessen, was zusammengehört – es passt tatsächlich zunehmend. " Es haben sich immer irgendwie alle schon als Teile von Anhalt begriffen, aber jetzt ist die Zusammenarbeit intensiviert. Das macht Spaß. Da wächst das Anhalt-Gefühl ", sagt der Dessau-Roßlauer Oberbürgermeister Klemens Koschig. Seine Amtskollegen, der Zerbster Bürgermeister Helmut Behrendt, und Bernburgs OB Henry Schütze stimmen ihm zu, als die drei als Vertreter des Sprechergremiums der Lenkungsgruppe über deren jüngste Beratungsergebnisse am Dienstag im Zerbster Francisceum informieren.

Die von Klemens Koschig geleitete Lenkungsgruppe vereint als offenes Netzwerk Vertreter vieler Gremien und Institutionen in Vorbereitung aufs Anhalt-Jubiläum 2012. 32 Mitglieder waren zur Beratung nach Zerbst gekommen und haben sich, so Klemens Koschig, " vor allem zwei Schwerpunkten gewidmet ".

Kuratorium entsteht

Zum einen ging es um den Entwurf zum Konzept " Anhalt 800 ". Das wurde bestätigt, soll noch einen letzten Feinschliff bekommen und am 9. April dem Kuratorium vorgestellt werden. Dieses Gremium, das sich an diesem Tag in Ballenstedt konstituieren wird, soll die Lenkungsgruppe beraten und unterstützen. Ihre Mitarbeit zugesagt haben bisher Eduard Prinz von Anhalt, die sachsen-anhaltischen Minister Holger Hövelmann und Reiner Haseloff, Bernd Junkers und Landtagspräsident a. D. Adolf Spotka. Angefragt sind unter anderem Michael Naumann und Prof. Matthias Tullner.

Anschließend soll das Konzept dann auch der Landesregierung übergeben werden, damit, so die drei Bürgermeister, " eine entsprechende Würdigung und Unterstützung des Anhalt-Jubiläums möglich ist ". Erhofft wird dies in besonderer Weise auch für die Finanzierung der Feierlichkeiten. Unter anderem sei ein Anhalt-Budget notwendig, " für Dinge, die nicht zentral einem Projektträger zuzuordnen sind ", erläutert Klemens Koschig, nennt beispielsweise Publikationen und Marketing.

Beziffert wird dieses Budget mit einem Umfang von 460 000 Euro, von denen 70 Prozent vom Land und je zehn Prozent von Landkreisen, Städten und Gemeinden sowie über Drittmittel getragen werden sollten. Die kommunalen Anteile werden an den Einwohnerzahlen festgemacht. Auf Zerbst, sagt Bürgermeister Behrendt, kämen im Jahr 2011 und 2012 danach je 3 840 Euro zu.

Zwei Ausstellungen

Ausgenommen von diesem Budget sind die Ausstellungsprojekte, der zweite Beratungsschwerpunkt der Lenkungsgruppe am Dienstag.

Der Zerbster Kulturamtsleiter Andreas Dittmann stellte den Vorbereitungsstand der unter Federführung der Stadt Zerbst entstehenden Wanderausstellung der Museen aus den anhaltischen Residenzstädten vor.

Ein zweites Projekt ist eine dezentrale Ausstellung mit einem Schwerpunkt in Dessau-Roßlau. Hierzu, sagt der Dessauer OB, entstehe derzeit das Konzept. Im Grunde solle die Ausstellung eine " Weiterführung von, Gemeinsam sind wir Anhalt ‘ sein ".

Veranstaltungshöhepunkte des Anhalt-Jubiläums im Jahr 2012 sollen der Sachsen-Anhalt-Tag im Juli in Dessau-Roßlau und der Anhaltische Kirchentag ebenfalls in der Muldestadt sein. Eröffnet werden die Feierlichkeiten mit einem Festakt im Februar im Umfeld des Todestages von Bernhard von Sachsen, nach dem die Entwicklung Anhalts als selbstständiger Staat begann. Daneben entsteht ein umfangreicher Veranstaltungskalender, der, so Henry Schütze, bis 30. Juni dieses Jahres weitestgehend abgestimmt sein soll.