Ein ereignisreiches Jahr mit vielfältigen Höhepunkten liegt hinter dem Zerbster Heimatverein. Auch 2015 sind wieder interessante Veranstaltungen und nachhaltige Aktivitäten geplant.

Zerbst l Der Zerbster Heimatverein trage dazu bei, dass sich Kulturräume erschließen und der Blick in die eigene Geschichte erweitert wird. Bürgermeister Andreas Dittmann fand vorgestern Abend nur anerkennende, begeisterte Worte für das Engagement der Vereinsmitglieder. "Sie haben es tatsächlich drauf, jedes Jahr mehr zu machen", wünschte er ihnen weiterhin viel Energie für all die angedachten Aktivitäten. Schon jetzt sind für 2015 vielfältige Veranstaltungen geplant. Interessenten treffen beispielsweise in einem Vortrag auf den letzten anhaltischen Raubritter und begegnen anlässlich der Zerstörung von Zerbst vor 70 Jahren auf Zeitzeugen, die den Luftangriff miterlebten. Und zum Tag des offenen Denkmals kann unter anderem wieder der "Kiekinpott" besichtigt werden.

2014 sollte der sonst nicht zugängliche Stadtmauerturm als Kulisse für eine Theateraufführung dienen. Aufgrund des Regens traten die Nachwuchsschauspieler der Grundschule An der Stadtmauer kurzerhand im erhaltenen Schlossflügel auf. Diese Begebenheit schilderte Irene Stephan in ihrem Rechenschaftsbericht. Ausführlich blickte die Vereinsvorsitzende vor den über 30 erschienenen Mitgliedern auf das vergangene Jahr zurück. Sie erinnerte an den Besuch des befreundeten Jeverländischen Altertums- und Heimatvereins, die gemeinsam mit der Stadtbibliothek angebotene Lesung mit Dr. Ernst Paul Dörfler über "Liebesfrust und Ehefrust der Vögel" oder auch an den von Hobbyhistoriker Helmut Hehne gehaltenen Vortrag zum Zerbster Heimatfest, der auf derart reges Interesse stieß, dass eine Wiederholung unabdingbar war.

Eine Herausforderung bildete die Ausgestaltung der drei neu Ausstellungsräume im erhaltenen Ostflügel des Zerbster Schlosses. "Noch marode Decken wurden durch Schutznetze gesichert, Folie an die Fenster angebracht und große Tische für die Exponate gebaut", berichtete Irene Stephan. Gezeigt werden dort seither Modelle von Zerbster Gebäuden und Straßenzügen vor der Bombardierung der Stadt 1945, die Werner Krüger angefertigt und dem Heimatverein als Schenkung überlassen hat. In Kürze werden noch die Bartholomäikirche nebst Glockenturm und angrenzender Häuser hinzukommen, wie die Vorsitzende anmerkte. Unterdessen sprach Andreas Dittmann ihnen für diese gelungene Ausstellung ein "großes Kompliment" aus. Auch im Ankuhn hinterließ der Heimatverein mit der Enthüllung von Info-Tafeln zum ehemaligen Siechentor und dem Lindauer Tor seine Spuren.

Das Bemühen, junge Menschen für den Verein zu interessieren, mündete in zwei Unterrichtsstunden an der Ganztagsschule "Ciervisti". Im Wahlpflichtkurs "Geschichte" beschäftigten sich Zehntklässler so mit der Herkunft der Straßen- und Flurnamen in Zerbst. Dieser Kontakt soll fortgesetzt werden. Für Mai/Juni ist zum Beispiel ein Projekttag unter dem Titel "Begegnungen entlang der Zerbster Stadtmauer ... Regionalgeschichte aus weiblicher Sicht" angedacht.

Auch auf die unternommenen Bildungsfahrten ging Irene Stephan ein, die nicht zuletzt allen dankte, die sich mit ihren Ideen und ihrem persönlichen Einsatz im Heimatverein einbringen. Dieser zählt aktuell über 50 Mitglieder.

 

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