Zerbst l In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich das Stadtbild in der Jeverschen Straße erheblich verschlechtert. Viele Geschäfte haben geschlossen, es herrscht Leerstand und an einigen Gebäuden Sanierungsstau. Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) spricht im Interview über mögliche Maßnahmen und Gründe der vielen Geschäftsaufgaben.

Wie kann die Stadt dem Sterben der Innenstadt entgegenwirken?

Die Stadtverwaltung kann Schließungen von Geschäften in der Innenstadt leider nur wenig beeinflussen.

Was sind Ihrer Meinung nach Gründe für die vielen Schließungen in der Jeverschen Straße?

Die Gründe für die genannten Geschäftsaufgaben sind vermutlich vielfältig. Dazu gehören auch Kundenresonanz, Umsätze, Geschäftsgröße, Geschäftsaufgabe aus Altersgründen, und so weiter. Daneben muss jedem klar sein, dass der immer stärker werdende Internethandel nicht ohne Wirkung auf den örtlichen Einzelhandel bleibt.

Das Gebäude, indem bis Ende letzten Jahres Bockemüllers Kantine war, befindet sich in der Hand der Bau- und Wohnungsgenossenschaft Zerbst (BWZ), einer hundertprozentigen Tochter der Stadt. Bockemüllers schloss unter anderem auch, weil es am Gebäude erheblichen Sanierungsstau gab. Warum wurde nicht saniert, um einem weiteren Sterben der Innenstadt entgegenzuwirken?

Die BWZ hat in den zurückliegenden Jahren ihre Aufwendungen für Reparaturen und Investitionen deutlich erhöht, der Schwerpunkt lag und liegt jedoch im Wohnungsbereich. Aber so wie es jedem Einzelnen auch geht, schafft man nie alles gleichzeitig, man muss sich am Mach- und vor allem Finanzierbaren orientieren. Für den Bereich der Jeverschen Straße 7/9 bemüht sich die Bau- und Wohnungsgesellschaft derzeit um einen Investor, um das Areal aufzuwerten.