Unter dem Motto "Sag`s uns einfach" können Bürger über den Sachsen-Anhalt-Melder einfach und schnell Hinweise, Anregungen und Beschwerden loswerden. Ob Zerbst das System zur Erfassung und Abarbeitung von Anliegen einführt, ist noch offen.

Zerbst l Nach dem positiven Verlauf der Testphase ging der Sachsen-Anhalt-Melder im Oktober 2014 landesweit online. Die Anzahl der teilnehmenden Städte ist bislang jedoch übersichtlich. Unter anderem beteiligen sich Magdeburg, Halle, Genthin und Wolmirstedt am Projekt "Sag`s uns einfach". In Gommern beispielsweise befindet sich das System derzeit in der Umsetzung, bei dem Bürger im Internet, mit Handy oder Smartphone ihre Anliegen vorbringen können - egal ob Schlagloch, illegale Müllkippe, umgestürzter Baum oder kaputte Spielgeräte. Wer etwas entdeckt, kann das Problem melden - eine kurze Beschreibung, vielleicht noch ein Foto hochladen, die Stelle auf der Karte markieren und fertig.

Neben der schnellen und einfachen Erfassung von Hinweisen und Beschwerden geht es ebenfalls um die Transparenz des Verwaltungshandelns. So ist nicht nur der Stand der Abarbeitung ersichtlich. Seitens der Kommune wird ebenfalls - für jeden online ersichtlich - eine Antwort gegeben, Zuständigkeiten erläutert und über das Ergebnis informiert. Denn Ziel ist die leichte, aber dennoch ausreichend verbindliche Kommunikation zwischen Bürgern und Verwaltung.

Das technische Prozedere ist genauso leicht. Der Online-Dienst "Sag`s uns einfach" lässt sich über einen Einbindungsassistenten in den jeweiligen kommunalen Webauftritt integrieren und passt sich den Endgeräten des Nutzers an.

Ob Zerbst den Sachsen-Anhalt-Melder einführt, ist momentan noch unklar. Wie Rathaussprecherin Antje Rohm auf Nachfrage mitteilt, will Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) in der Beratung des Arbeitskreises Große kreisangehörige Städte des Städte- und Gemeindebundes am 11. März zunächst den Austausch mit seinen Amtskollegen suchen. Im Gespräch möchte er sich über ihre Erfahrungen mit dem Projekt unterhalten und sich ihre Meinungen dazu anhören.

Bislang erreichen die Stadtverwaltung die Anliegen der Bürger auf unterschiedlichen Wegen. Neben dem Postweg nutzen sie die Öffnungszeiten der Verwaltung oder sprechen direkt Stadt- und Ortschaftsräte an beziehungsweise tragen ihre Probleme in den Einwohnerfragestunden der politischen Gremien vor. Manche würden auch eine E-Mail schicken, verweist Antje Rohm auf die Internetseite der Stadt, die den direkten Draht in die Verwaltung ermöglicht. Zudem treffen über den städtischen Facebook-Account Hinweise ein, einige wenden sich über das soziale Netzwerk an den Bürgermeister, der dort mit einem eigenen Profil vertreten ist.

Meist gehe es dann um wilde Müllablagerungen, defekte Straßenlampen, den Zustand von Gehwegen, Probleme mit Tauben oder streunenden Katzen, die Grünflächenpflege oder den Winterdienst, nennt die Rathaussprecherin einige Beispiele. "Die Abarbeitung erfolgt in den zuständigen Ämtern der Stadtverwaltung oder wird bei anderer Zuständigkeit an die entsprechenden Stellen weitergegeben", erläutert Antje Rohm. Jedes Anliegen soll dabei schnellstmöglich erledigt werden. Die Bearbeitungsdauer hängt allerdings von der Art des jeweiligen Problems ab. Von diesem ist gleichfalls abhängig, inwiefern der Bürger über den Stand der Abarbeitung informiert wird. Teilweise erfolgt eine direkte Anwort, mitunter wird das Problem sofort behoben. Manchmal gibt es auch weitere Gespräche oder gegebenenfalls Vor-Ort-Termine. Oder der Bürger wird mündlich oder schriftlich unterrichtet, wenn die Bearbeitung des Sachverhalts länger dauert.