Der Zerbster Bauhof ist seit gestern in der Magdeburger Straße mit Strauchschnitt beschäftigt. Mitarbeiter kürzen den Grünstreifen ein. In den vergangenen Wochen fällten sie bereits Bäume, entfernten totes Geäst und lichteten Kronen.

Zerbst l "Das wird ein massiver Eingriff", erklärte Amtsleiterin Kerstin Gudella mit Blick auf die Magdeburger Straße. Vom Feuerberg bis zum Ende der Bebauung in Richtung Ortsausgang erfolgt eine Verjüngung des zwischen Fahrbahn und Gehweg verlaufenden zwei bis drei Meter breiten Grünstreifens. Auf 30 bis 50 Zentimeter - je nach Art - werden die Sträucher eingekürzt. Einige haben inzwischen eindrucksvolle Ausmaße angenommen, teils handelt es sich um Wildwuchs, wie Ute Schilling als zuständige Mitarbeiterin ausführt. Zugleich weist sie auf das Alter der Pflanzen hin, die mitunter zu dicht an die Wege herangewachsen sind.

Gestern begann der Bauhof mit der Umsetzung der recht umfangreichen und - durch die Arbeit direkt an der viel befahrenen Bundesstraße - nicht ungefährlichen Maßnahme. Zu dritt waren die Männer im Einsatz. Während Herbert Lauterbach die Motorsäge ansetzte, sorgten Peter Giese und Gerald Götze dafür, dass das entfernte Geäst sofort geschreddert wird. "Wir setzen erst ab und schneiden im Anschluss nach", erläutert Bauhofleiter Michael Lindner das Vorgehen auf gut 500 Metern Länge. Ein bis zwei Wochen benötigen sie wohl dafür, schätzt er. Die Erlaubnis der Unteren Naturschutzbehörde liegt vor. Denn derartig gravierende Eingriffe dürfen laut Gesetz nur zwischen 1. Oktober und 28. Februar durchgeführt werden. Das trifft ebenfalls auf Baumfällungen zu - Ausnahmen sind möglich, wenn eine akute Gefahr besteht. Form- und Pflegeschnitte sind allerdings das ganze Jahr über zulässig, wie Manuela Plickat berichtet. Zusammen mit Ute Schilling kümmert sie sich um die Grünflächen - die beiden haben sich das Gebiet der Einheitsgemeinde aufgeteilt. "Einmal jährlich findet eine Kontrolle der Straßenbäume statt - im belaubten und im unbelaubten Zustand", erläutert sie. Im Ergebnis werden Empfehlungen ausgesprochen, ob beispielsweise ein Erziehungsschnitt notwendig oder die Krone zu lichten ist. Die Regelbegutachtung ist extern an einen öffentlich bestellten Sachverständigen vergeben. Im Herbst findet eine Befahrung mit der Unteren Naturschutzbehörde statt. "Dort werden dann die konkreten Maßnahmen festgelegt", erläutert Manuela Plickat.

Den größten Teil der Arbeiten übernimmt der Bauhof, der mit entsprechender Säge- und Schnitttechnik sowie einem Hubsteiger ausgerüstet ist. Einige Aufträge werden ausgeschrieben und an Firmen vergeben. Alljährlich werden zwischen 30 000 und 35 000 Euro für die Baumpflege ausgegeben.

In den vergangenen Wochen fanden vielerorts verschiedene Maßnahmen statt. Unter anderem wurden zwischen Trüben und Gollbogen Pappeln und in Steutz Robinien gefällt. Ersatzpflanzungen werden sukzessive folgen. Im Bereich Schora/Moritz führte der Bauhof Heckenschnitt durch, in der Biaser Straße in Zerbst kürzte er Sträucher ein. Aufgrund des milden Winters mit wenig Schnee konnten viele anstehende Arbeiten realisiert werden, bemerkt Michael Lindner. Und dennoch: "Der Zeitraum für solche Eingriffe ist zu eng", findet Kerstin Gudella.