Zur geplanten Schließung der Sekundarschule Loburg.

Was nicht einmal die autoritäre DDR geschafft hat, Loburg zum Dorf zu degradieren, schafft der Kreis Jerichower Land im Verbund mit der Landesregierung Sachsen-Anhalt!

Betrachtet man die Entwicklung seit dem Wechsel ins Jerichower Land, sind vorwiegend Restriktionen festzustellen. Was nutzt es, wenn man feststellt, dass die Wähler sich immer weniger an Wahlen beteiligen und Politiker Demokratiedefizite feststellen, sie aber alles tun, um den Willen der Wähler zu ignorieren?

Bei 30 Prozent Wahlbeteiligung kann man sich letztendlich auch noch zum Sieger erklären. Was nützt es, wenn man in einer millionenschweren PR-Aktion Landeskinder wieder nach Sachsen-Anhalt holen will, für die Ertüchtigung eines Anbaus der Loburger Schule weit weniger ausgeben müsste, ansonsten aber alles tut, damit in den am Rande gelegenen Landesteilen das Licht ausgemacht wird.

Beispiel Loburg: Warum findet die "Stadt Loburg" im Landkreis Jerichower Land nicht statt? Was fehlt Loburg, damit es vom Landkreis wahrgenommen wird? Die schwachen Formulierungen in den zurückliegenden Jahren von den Vertretern des Kreises belegen, dass man langfristig an der Abschaffung der Loburger Schule gearbeitet hat. Denn auch nach dem Wechsel Loburgs ins Jerichower Land war man sehr zurückhaltend, als es darum ging, Vereinbarungen mit dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld zu treffen. Engagement sieht anders aus! Vor allem, dass man jetzt feststellt, dass der Hauptmangel an der Schule im neu erbauten Anbau bestehen soll und im Gegenzug in Möckern - natürlich mit den für Loburg vorgesehenen Geldern - ein Erweiterungsbau vorgenommen werden muss, um alle Schüler aufzunehmen. Die enttäuschende Bilanz seit Ende 2014: Verlegung der Rettungswache, Verlegung der Polizeistation, Verlegung des Sitzes der Wohnungsgenossenschaft und nun: Schließung der Schule!

Was haben die Herren der politischen Führung in Land und Kreis noch mit der Ortschaft vor? Dann heraus damit, das schützt vor Versprechungen, die man nicht gewillt ist einzuhalten. Oder soll Loburg im Jerichower Land weiter nicht stattfinden? Empfehlung: Vielleicht die 1050-Jahrfeier abwarten, um dann radikal weitere Maßnahmen zu beschließen: Schließung aller Filialen. Der Busverkehr wird generell nur noch nach Bedarf gefahren, nach Burg zweimal umsteigen usw ...

Warum? Natürlich wegen der Kosten! Wo lebt eigentlich der Sprecher des Landkreises, wenn er davon spricht, dass man das überflüssige Schulgebäude veräußern bzw. sichern will? Hat er sich schon einmal die Hauptstraße in Loburg angesehen? Hier sieht es aus, wie nach dem letzten Krieg. Soll die Schule genauso aussehen, wie die am Triftweg? Vielleicht geht ja der Kreis mal großzügiger weise auf die Ortschaft zu und überlässt die Immobilie dem Ort als Stadtgemeinschaftshaus für die vielen gut arbeitenden Vereine - auch da ist Bedarf!

Wie bemerkte doch Frau Nowak in ihrem Leserbrief: Es war ein Fehler, ins Jerichower Land zu wechseln. Auch ich war ein Befürworter. Heute weiß auch ich, dass der Verbleib in Anhalt-Bitterfeld besser gewesen wäre. Während ich vorher versucht habe, dem Wechsel Positives abzugewinnen und auch zu berichten, werde ich jetzt in meiner Chronik festhalten, wie man gezielt den Standort Loburg kaputt gemacht hat.

Wolfgang Schulz

Magdeburg