Mit Freude erwartet Inge Werner, die Geschäftsführerin der Fasch-Gesellschaft, die nächsten Wochen. Damit meint sie nicht nur die Fasch-Festtage im April. Auch der März hat vieles zu bieten.

Zerbst l Generell ist Inge Werner mit dem abgelaufenen Jahr zufrieden. Es war kein Fasch-jahr, also keines der Jahre, in denen die Fasch-Festtage stattfinden. Die werden alle zwei Jahre ausgerichtet, das nächste Mal vom 15. bis 19 April. Für die Mitglieder der Gesellschaft blieb dennoch viel zu tun. "Wie in jedem Jahr beteiligten wir uns an den Kulturfesttagen, indem wir ein Konzert organisierten, das nichts mit Fasch zu tun hatte", erzählte die Geschäftsführerin. Zur 49. Auflage hatten die Mitglieder der Gesellschaft das "Trio Variato" gebucht. Das Konzert schloss die Kulturfesttage im März. Rund 100 Besucher waren gekommen. "Eine gute Zahl", kommentierte Inge Werner. Sonst seien es eher um die 60 Besucher. Derweil liefen die Planungen schon für die Fasch-Festtage 2015.

Die Mitgliederversammlung im Mai war gut besucht und ebenso eine gute Resonanz hatte das anschließende Konzert. Hans-Heinrich Kriegel, 2011 mit dem Fasch-Preis geehrt, und das Fasch-Collegium Bochum spielten an jenem Abend das Konzert. "Im Mai eröffnete außerdem die Fasch-Ausstellung im Zerbster Schloss, welche wir Mitglieder wieder zu den Öffnungszeiten des Schlosses betreuten", sagte Inge Werner. Gemeinsam mit den Schlossvereinsmitgliedern organisierten die Faschanhänger im Rahmen der Reihe "Unerhörtes Mitteldeutschland" ein Konzert mit Musik des Zerbster Hofkapellmeisters.

Ebenfalls im Mai unternahmen die Zerbster Barockmusikfreunde ihren Jahresausflug. Dieser führte sie nach Salzburg. Im Juli stieß Marion Otto zum Team der Geschäftsstelle im Wiekhaus. Sie soll unter anderem Entlastung schaffen für die Organisation der Fasch-Festtage.

Im September betreuten die Mitglieder die Ausstellung im Schloss zum Tag des offenen Denkmals. "Das ist immer sehr aufwändig", erzählte sie. Die Bilder des Zerbster Malers Klaus Fezer, die er zu Fasch-Musik gemalt hatte, haben viele Besucher fasziniert, erklärte sie weiter. "Vor allem, weil wir dazu auch die Musik wieder eingespielt haben und die Menschen gleichzeitig die Bilder betrachten und der Musik zuhören konnten", fügte sie an.

Eine Weinprobe bei der Fasch-Geselligkeit mit einem Sommelier in Rephuns Garten und Händels "Messias" beim Weihnachtskonzert mit dem "Johann Friedrich Reichardt"-Chor aus Halle schlossen das Jahr ab.

Noch bevor die Fasch-Festtage im April beginnen, gibt es in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule in der Zerbster Stadthalle ein Novum. "Ein Ständchen und ein Tänzchen für Herrn Fasch" heißt die Veranstaltung am 14. März. "Dabei können die Teilnehmer die Tanzkunst des Barock selbst ausprobieren", sagte Inge Werner. Musikpädagogin und Tänzerin Mareike Greb wird die Interessenten anleiten. Schüler der Zerbster Musikschule "Johann Friedrich Fasch" werden den Nachmittag musikalisch eröffnen. Beginn ist um 15.15 Uhr.

Die Geschäftsführerin erzählte weiter, dass bereits vor zwei Jahren zusammen mit der Tanzgruppe "O`Blue" ein Menuett bei den Schülerkonzerten der Fasch-Festtage aufgeführt wurde. Es gehe auch darum, die Zeit Faschs zu illustrieren und anschaulich und begreifbar zu machen. Das Ansinnen der Gesellschaft sei schließlich, den Komponisten, der von 1688 bis 1758 lebte, wieder in das Bewusstsein zu rücken, seine Werke wieder hörbar zu machen und "ihn auch als identitätsstiftend für Zerbst darzustellen. Deswegen wollen wir, dass die Kinder Fasch kennen". Für dieses Jahr ist bei den Schüler-Konzerten deswegen auch eine Tanzvorführung geplant "und wir haben ein kleines Theaterstück geschrieben, bei dem Fasch mit seinen Kindern redet", sagte sie. Das werde sicher ziemlich amüsant für die Schüler.

Ihr gefalle diese ganz pragmatische Annäherung an den Komponisten und Menschen Fasch. Schließlich sei sie selbst keine Musikwissenschaftlerin und finde auch Dinge, die den Komponisten außerhalb der Musik betreffen, interessant und spannend. Umso mehr freue sie sich über das Thema der wissenschaftlichen Konferenz. "Dieses Mal geht es ja um den Musenhof Zerbst." Die Wissenschaftler wollen untersuchen, ob in Zerbst auch über die Musik hinaus ein Faible für Kunst da war. "Also ob die Zerbster der Malerei und anderen Künsten auch viel Aufmerksamkeit schenkten", präzisierte sie. Auf die Ergebnisse sei sie schon sehr gespannt.

Nach den Fasch-Festtagen werde es erfahrungsgemäß immer ein wenig ruhiger. "Wir werden sicherlich wieder vermehrt Anfragen zu Fasch und zu Noten seiner Stücke haben", schätzte sie ein. Das sei in jedem Jahr der Festtage so und habe mit der erhöhten Medienpräsenz zu tun. Darüber hinaus müsse der Konferenzbericht in Deutsch und Englisch gefertigt werden. "Das ist auch sehr zeitintensiv. Anfang 2016 wird er erst vorliegen", sagte sie. Die diesjährige Fahrt führe übrigens nach Oldenburg, der Tag des offenen Denkmals und das Weihnachtskonzert sind ebenso feste Bestandteile im Jahresplan der Fasch-Gesellschaft aus Zerbst.