Jubiläen gibt es immer und überall. Dieses Jahr feiert die Mandolinengruppe Steutz ihr 15-jähriges Bestehen. Alle zwei Wochen wird unter Leitung von Gisela Wieske geprobt. Um die zehn Auftritte gibt es im Jahr.

Steutz l Dank Gisela Wieske erleben Mandoline und Mandola eine wahre Blütezeit. Sie rief die Mandolinengruppe Steutz im Jahr 2000 ins Leben. Die Auftritte erfreuen sich in der Region zunehmender Beliebtheit. 15-jähriges Bestehen kann die Gruppe in diesem Jahr feiern. Alles begann damals mit dem ersten Auftritt zum Dorffest in Steutz.

"Ich wollte das schon lange machen", erinnerte sich Gisela Wieske, dass sie ehemalige Spielerinnen noch einmal zusammen holen wollte. Viele hatten das Mandolinespiel bei ihr gelernt, als sie an der Steutzer Schule tätig war. Als Horterzieherin spielte sie oft auf dem Instrument und sang mit den Kindern. Bis ein Mädchen kam, und es selbst ausprobieren wollte... "Dann kam ein Kind nach dem anderen", erzählte Gisela Wieske. Irgendwann unterrichtete sie bis zu drei Gruppen gleichzeitig.

Das Mandolinespiel hatte die heute 74-Jährige, die aus Schlesien stammt und in Thüringen aufwuchs, als Kind gelernt. "Das einzige, was ich gelernt habe", so die Frau, die im Fernstudium ihren Musiklehrer machte, um an der Schule unterrichten zu können. Seit 1954 in Steutz ansässig, hat sie in ihrer Wahlheimat immer mit Musik und Kindern zu tun gehabt, zuletzt studierte sie noch mit einer Kindertanzgruppe Tänze für die Begehung im Dorfwettbewerb ein.

Doch zurück zu den Mandolinen. Als Gisela Wieske nun Rentnerin war, bot sich 2000 die Gelegenheit, die Spielerinnen zu mobilisieren. "Die Schwierigkeit war, dass die meisten Mädchen geheiratet hatten und weit verstreut waren", so Wieske. Ohne Unterstützung von Bürgermeisterin Regina Frens, die begeistert von der Idee war, wäre daraus wohl nichts geworden. So kamen denn 14 oder 15 Spielerinnen zusammen. "Nach der dritten, vierten Probe lief es", so Wieske. Beim Dorffest gab es den ersten Auftritt.

Heute zählt die Mandolinengruppe 14 Mitglieder von denen zehn von Anfang an dabei sind. Die meisten der Frauen haben das Spielen in der Kindheit gelernt. Bei einigen war es viele Jahre her, dass sie das letzte Mal gespielt haben. Vom Jahrgang 1971 ist derzeit die Jüngste im Bunde. Keine Frage, Nachwuchs ist auch in der Mandolinengruppe gern gesehen. Wer lange nicht gespielt hat, kommt in der Regel schnell wieder rein und sollte keine Angst vor einem "Neustart" haben.

Im Gemeindehaus von Steutz trifft sich die Mandolinengruppe alle 14 Tage mittwochs zur Probe. Um 17 Uhr geht es los. Wenn es sich ergibt, bringt Marlies Kübler Gisela Wieske mit. "Wir wohnen beieinander", so Kübler, da ergibt sich die Unterstützung von selbst.

Mit dem Keyboard gibt die Gruppenleiterin den Ton an. Dass das Mandoline- und Mandolaspielen volle Konzentration erfordert, ist bei den Proben deutlich zu spüren. Ja, neben Mandolinen sind auch artverwandte Mandolas dabei. Zwar eine Oktave tiefer, spielen sie sich jedoch gleich. Aber auch das Akkordeon bereichert die Gruppe.

An die 60 Lieder umfasst inzwischen das Repertoire der Mandolinengruppe Steutz. Bekannte Volks-, Sommer- und Wanderlieder werden da gespielt. Das reicht vom Rennsteig-Lied, über die Bergvagabunden, die Sierra Madre, das "Wenn alle Brünnlein fließen", "Wohl auf in Gottes schöne Welt" bis hin zu "Amazing Grace". Hinzu kommen eine Reihe Weihnachtslieder. Manchmal bringen die Frauen auch Noten mit. Und manchmal "meckern" sie auch, wenn ein Lied zu schwer ist. "Da müssen sie dann durch", so Gisela Wieske.

Die Frauen kommen aus Steutz, Zerbst, Gödnitz und von jenseits der Elbe. Ingrid Planitzer hatte zunächst im Anhaltischen Zupforchester gespielt, wechselte dann nach Steutz. Als Anfängerin fühlte sie sich in Steutz besser aufgehoben. Seit fünf Jahren ist sie dabei und fühlt sich wohl in der Gruppe. Inzwischen sind es auch schon wieder drei Jahre, dass Margret Schammer regelmäßig zu den Proben nach Steutz fährt. Sie hatte das Mandolinenspiel einst beim Lehrer ihrer Mutter gelernt...

Bis 19 Uhr sind die Proben anberaumt. Dann ist der Volks-chor Steutz an der Reihe, der ebenfalls von Gisela Wieske geleitet wird. Da kommt es dann auch zu gemeinsamen Proben und Auftritten. Um die zehn Auftritte hat die Mandolinengruppe im Jahr, 2014 waren es allein vier in der Weihnachtszeit. Höhepunkt ist immer das Dorffest im Ort. Einladungen zu Chorfesten, Konzerten und anderen Feiern werden wahrgenommen. Im Seniorenheim Roßlau sind die Steutzer immer gern gesehen. Für dieses Jahr gibt es schon wieder feste Termine und Anfragen. Nur manchmal denkt Gisela Wieske, dass es ihr langsam zu viel wird. Aber ohne Musik leben, das könnte sie auch nicht...

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