Talentierte Nachwuchskünstler präsentieren bis zum 26. April in der Ausstellung "Junge Kunst in Anhalt" ihre Werke. 110 Exponate - Bilder, Fotografien, Plastiken und mehr - sind im Francisceum zu sehen. Eine Jury bewertete jetzt die einzelnen Arbeiten.

Zerbst l Es war diesmal eine noch kleinere Jury, die die zu den Zerbster Kulturfesttagen ausgestellten "Junge Kunst in Anhalt"-Exponate bewertete. Das sonst dreiköpfige Team hatte sich aufgrund von Krankheit um einen Juror reduziert. So blieb es der Grafikerin und Designerin Steffi Heger aus Zerbst und dem ehemaligen Kunstlehrer und Fachmoderator Siegfried Döring aus Dessau vorbehalten, die eingereichten Werke zu begutachten und eine Wertung vorzunehmen.

Zuvor wurde zum traditionellen "Kaffeekränzchen" in die Cafeteria des Gymnasiums eingeladen, zu welchem die stellvertretende Schulleiterin Veronika Schimmel die Jury begrüßte. Auch als Vorsitzende der Francisceumsstiftung freut sie sich über die im Alumnatskorridor ausgestellten Werke. Hier gab es von Kunstlehrerin Elke Borchardt, die mit ihrer Kollegin Annett Heydecke alle Fäden zusammenhält, wichtige Informationen über die Ausstellung allgemein und über die Exponate im Speziellen. So konnte sie erfreut mitteilen, dass die anfängliche Skepsis in Sachen Beteiligung vollkommen unbegründet war. Selbst nach dem offiziellen Abgabetermin wurden nach Absprache noch einzelne Exponate angenommen.

Mehr als 100 Schüler stellen nun 110 Arbeiten aus. "Dies ist sogar eine kleine Steigerung im Vergleich zum vergangenen Jahr", betonte Elke Borchardt. So sind in der Ausstellung 83 Arbeiten aus der Altersgruppe 15 bis 17 Jahre und 27 Werke aus der Altersgruppe 18 bis 20 Jahre zu sehen. "Es bestätigt sich unsere Erfahrung, dass der weitaus größere Anteil bei den jüngeren Schülern liegt", zog die Kunstlehrerin Bilanz. Übrigens: Die Bewerber kommen vom Philanthropinum und vom Walter-Gropius-Gymnasium in Dessau, aus dem Gymnasium Jessen, der Zerbster Ganztagsschule Ciervisti, von den Berufsbildenden Schulen Köthen, aus der Zerbster Heidetorschule und natürlich vom Francisceum.

Die Jury hatte nun die nicht leichte Aufgabe, die den Kategorien Malerei, Grafik und Fotografie, Plastik und Objekt zugeordneten Kunstwerke in den beiden Altersklassen zu beurteilen. Von den Techniken her gibt die Ausstellung ein vielseitiges Bild ab. Die jungen Künstler verwirklichten sich beispielsweise in der Acrylmalerei, in Tempera wie im Aquarell. Bei den Handzeichnungen wurden Materialien wie Kohle und Farbstifte sowie Pastellkreide verwendet. Eindrucksvolle Bleistiftzeichnungen sind dabei. Als auffällig in der diesjährigen Ausstellung bezeichnete Elke Borchardt die Vielzahl an Druckgrafiken. So gibt es zahlreiche Holz- und Linolschnitte. Einige sind während einer Projektarbeit entstanden und auf der nach historischem Vorbild gebauten Gutenbergpresse im Museum der Stadt gedruckt worden. Zwei Radierungen und eine Lithographie runden das Spektrum ab. Die Fotografien spiegeln den genauen Blick, gern auch auf das Kleine, leicht Übersehbare, wider. Inszenierungen sind dabei, Luminogramme, am Computer bearbeitete Fotos, Dokumentarisches, Fotoobjekte und Serien. In der Kategorie Plastik und Objekt gibt es neben einem Gasbetonkopf Specksteinskulpturen und Tonplastiken. Eine ungewöhnliche Technik fällt auf - ein Sandbetonguss: die Arbeit von Luise Lott mit dem Titel "Ich in 100 Jahren".

Nun sind alle gespannt, wie die Jury entschieden hat, wer welchen Preis bekommt. Vorerst bleibt es noch ein Geheimnis, welches jedoch bald gelüftet wird. Die Auszeichnungsveranstaltung wird am 20. März (und nicht wir anfänglich geplant am 13. März) um 16 Uhr in der Aula des Gymnasiums Francisceum durchgeführt.

Bilder