Nachwuchskünstler des Philantropinums Dessau heimsten beim diesjährigen Wettbewerb "Junge Kunst in Anhalt" die meisten Preise ein. Doch auch Zerbster Schüler überzeugten die Jury.

Zerbst l "Das hat mich überrascht", sagt Jule Hövelmann. Mit dem zweiten Preis in der Kategorie "Grafik und Fotografie" hat die Zwölftklässlerin nicht gerechnet. "Zumal es viele Werke gibt, die mich beeindrucken", gesteht die 18-jährige Zerbsterin.

Gut 120 Bilder, Fotografien und Plastiken sind derzeit im Francisceum im Rahmen des Wettbewerbs "Junge Kunst in Anhalt" zu sehen. Äußerst vielfältig sind die Arbeiten, die die etwa 80 Nachwuchskünstler aus Dessau, Jessen, Köthen und Zerbst eingereicht haben. "Sie bieten eine Begegnung mit den verschiedenen Welten der Jugendlichen", drückt es Annett Heydecke bei der Auszeichnungsveranstaltung am Freitagnachmittag aus. "Wir möchten heute die tollen Leistungen belohnen und Ansporn schaffen", wendet sich die Kunstlehrerin des gastgebenden Gymnasiums an die Anwesenden, bevor sie die Preisträger verkündet.

Bereits Anfang März hatte eine Jury - bestehend aus der Zerbster Grafikerin und Designerin Steffi Heger sowie dem ehemaligen Kunstlehrer Siegfried Döring aus Dessau - die einzelnen Exponate bewertet und das äußerst kritisch. Allein in der Kategorie "Malerei" wurde ein erster Preis vergeben und zwar an Luise Lott. Sie besucht das Philantropinum in Dessau, das insgesamt zehn Preise einheimsen konnte.

Den stärksten Anklang bei den jungen Betrachtern des Francisceums fanden allerdings die Bleistiftzeichnungen von Michaela Speck. Bei der Abstimmung, an der sich rund 300 Schüler beteiligten, vereinte die Zehntklässlerin des Zerbster Gymnasiums die meisten Stimmen auf sich. Dafür bekam sie den Publikumspreis überreicht. "Ich freue mich, wenn andere meine Arbeiten mögen", erklärt die 16-Jährige glücklich. "Die künstlerische Ader liegt in der Familie", erzählt Michaela, wie sie durch ihre Mutter zum Zeichnen gekommen ist, das sich längst zu einer Leidenschaft entwickelt hat. Besonders gern greift sie zum Bleistift, mit dem sich wunderbar mit Schattierungen spielen lässt. Nicht nur ihren Lieblingsschauspieler Benedict Cumberbatch hat sie so in seiner Rolle als Sherlock Holmes eingefangen.

"Es ist eine Herausforderung für mich, Menschen noch realistischer zu zeichnen", sagt die 16-Jährige, die sich später einmal an große Gemälde heranwagen möchte. Jule Hövelmann zeichnet ebenfalls viel in ihrer Freizeit. Für die "Junge Kunst in Anhalt" hatte sie indes einen Linolschnitt mit dem Titel "Hoffnung ist soviel stärker als Angst" abgegeben. "Leute lassen sich oft von Kleinigkeiten runterziehen. Wenn es einem gelingt, die positiven Energie zu bündeln, ist man glücklicher", erläutert die 18-jährige Gymnasiastin ihre künstlerische Intention.

Wer nun neugierig geworden ist, kann sich noch bis zum 26. April die Arbeiten der Nachwuchstalente anschauen. Ihre gebündelte Präsentation im Rahmen der Zerbster Kulturfesttage hat ihren Ursprung vor 20 Jahren. 1995 wurde die "Junge Kunst in Anhalt" ins Leben gerufen, wie Veronika Schimmel erinnert. Sie ist Geschäftsführerin der Francisceumsstiftung, die den Wettbewerb mit Unterstützung der Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld ausrichtet. Immerhin handele es sich bei den Preisgeldern um "stolze Summen", so Veronika Schimmel. Sie richtet ebenfalls ein Dankeschön an die Stadt Zerbst.

 

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