Orkan Niklas hinterließ zahlreiche Schäden in den Wäldern rund um Zerbst. Der Waldfrieden ist seit dem Sturm für das Begehen gesperrt. Dort herrscht Lebensgefahr. Die Beräumung hat indes begonnen.

Zerbst l Nur mit Helm betritt Revierförster Dietmar Schleth den Waldfrieden in Zerbst. Dort hat der Sturm Niklas besonders hart zugeschlagen. "Es herrscht immer noch Lebensgefahr", sagt er. Von den gefallenen Bäumen hängen immer noch Äste in den Kronen, "die sind so dick", sagt er und formt mit den Händen einen Kreis vom Umfang eines Fußballs. Selbst tennisballdicke Äste könnten schon einen Helm durchschlagen, berichtete der Revierförster. Man müsse sehr vorsichtig sein. Eine andere Gefahr gehe von dem Holz aus, dass gebogen und angebrochen zwischen Baumstämmen eingeklemmt sei und unter Spannung stehe. Löse sich das durch eine unachtsame Bewegung, dann könne dabei auch ein Mensch zu Tode kommen. "Sehe ich hier jemanden Unbefugtes im Wald, rufe ich die Polizei", machte der Revierförster deutlich. Die Beamten wissen über die Gegebenheiten Bescheid, kontrollieren entsprechend oft. Auch das Ordnungsamt sei informiert, so der Förster. 30 bis 40 Bäume habe der Sturm in der vergangenen Woche in dem Waldgebiet gefällt. "Es sind meist ältere Bäume, die abgängig waren", erklärte er. Nichtsdestotrotz sind es riesige Pflanzen, "einige sind mehr als 300 Jahre alt", sagt der Förster. Das habe er von Heimatforscher Helmut Hehne erfahren, der das anhand von Aufzeichnungen belegen konnte. "Eigentlich werden Buchen zwischen 150 und 200 Jahre alt", informierte er. Mehr als 100 Festmeter Holz fielen dadurch an. "Die Bäume sind alle vereinzelt gefallen, das macht es schwieriger." Forst- und Harvesterunternehmen sind zurzeit kaum zu bekommen. "Schließlich gibt es in der ganzen Republik Schäden an den Wäldern", berichtete Schleth. Dennoch denkt er, dass in zwei bis drei Wochen das Holz beräumt sei und der Wald wieder freigegeben werden könne.

Eigentlich hätten in dieser Saison in dem Areal keine Bäume gefällt werden sollen. "Wir hatten in den Jahren zuvor die Bäume, von denen eine Gefährdung ausging, schon herausgeholt und waren in Abstimmung mit der Stadt übereingekommen, dass im Winter 2014/2015 keine weiteren fallen sollten", sagte er. Die Bäume sollten Vögeln und Fledermäusen Zuflucht bieten. "Nun hat uns die Natur eines anderen belehrt", fügte er an. Rund 1000 Festmeter Holz seien in seinem Revier durch den Sturm angefallen. Das sei aber kein Vergleich zu Kyrill. "Damals waren es 20 000 Festmeter." Allerdings, so fügte der Förster an, nehme die Häufigkeit solcher Stürme zu. Der letzte sei erst im August 2013 gewesen.