Einen Rezitatorenwettstreit lieferten sich Donnerstagnachmittag acht Viertklässler der Grundschule Gommern. Die Jury hatte eine schwierige Aufgabe zu entscheiden, wer gewinnen soll.

Gommern l Papa, Paul, Popo, Picknickplatte, purzeln, Pappel: Vier Minuten hatten die Schüler Zeit, sich in Hans Adolf Halbeys Gedicht über den "Pampelmusensalat" einzulesen, bevor der Rezitatorenwettstreit an der Grundschule Am Weinberg in die entscheidende Runde ging.

Das Gedicht mit den vielen P-Wörtern und Zungenbrechern hatte Marlen Pickler als Lehrerin und Organisatorin des Rezitatorenwettstreits an der Grundschule Gommern mit Bedacht ausgewählt, denn nach der ersten Runde hätte die Jury schwer entscheiden können, welcher Viertklässler am besten Gedichte aufsagen kann.

Die Jungen und Mädchen standen nacheinander auf der kleinen Bühne inmitten des Auditoriums und holten noch einmal tief Luft, bevor sie sich ans Mikrofon stellten und ihre Gedichte aufsagten. Klassiker von Annette Droste-Hülshoff oder Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Erich Mühsams "Der Faulpelz" oder "Die Libelle" von Heinz Ehrhardt.

Alle hatten sich gewissenhaft auf ihren Auftritt vorbereitet. Die Texte saßen, die Betonung stimmte und ihr Lampenfieber konnten die Zehnjährigen für den wichtigen Moment vergessen. Die Jungen und Mädchen lächelten stolz, wenn das letzte Wort verklungen war und vom Beifall ihres Publikums aus Mitschülern, Lehrern, Eltern und Großeltern abgelöst wurde.

In der Kür kam es darauf an, welcher Schüler in der kurzen Zeit im "Pampelmusensalat in Pappelhusen" am schnellsten Textsicherheit erlangt hatte, dabei aber auch Betonung und Ausdruck des komischen Gedichts nicht vernachlässigte.

Wie gut diese Aufgabe Tom Willi, Robert, Josi, Kendy, Johanna, die beiden Julias und Nelly meisterten, hatte die Jury zu entscheiden. Ihr gehörte Klara Hillmann an. Sie hatte im vorigen Jahr den Rezitatorenwettstreit der Grundschule gewonnen. Die Schülerin wurde von Ines Kaufmann, pädagogische Mitarbeiterin an der Grundschule, Beate Masiowski aus der Stadtbibliothek, Bürgermeister Jens Hünerbein, Mechthild Jung und Patricia Grassing, beide Mitglieder der Fachkonferenz Deutsch, unterstützt.

Im Deutschunterricht hatten alle Viertklässler Gedichte gelernt und aus jeder Klasse wurden die besten zwei zum Rezitatorenwettstreit eingeladen.

Der Herausforderung aus der Lehrerecke "Kann der Bürgermeister das Gedicht auch vorlesen?" stellte sich Jens Hünerbein nach Ende des Wettbewerbs prompt und trug den "Pampelmusensalat" mit viel Betonung vor. Auch wenn seine Rezitation fehlerfrei blieb, wollte er den Kindern Pokal und Urkunden nicht streitig machen.

Die Viertklässler erhielten ein großes Lob von Marlen Pickler für ihre sehr guten Leistungen und noch einen Extra-Beifall vom Publikum.

Die Jury wählte Kendy auf den dritten und Robert auf den zweiten Platz. Beste Rezitatorin der Grundschule Gommern ist Nelly. Sie hatte den "Pampelmusensalat" als erste vorgetragen, dabei keinen Fehler gemacht und trotzdem immer an die Betonung gedacht. "Den kannst du jetzt ein Jahr behalten", gratulierte Klara Hillmann ihrer Nachfolgerin und überreichte ihr den Pokal. "Und nächstes Jahr sitzt du dann in der Jury."