Heiko Röder ist der sechste Kandidat im Rennen um den Lokalmatador. Er startete 2005 die Seite "alt-zerbst.de" und schuf damit ein umfangreiches Nachschlagewerk über die Rolandstadt im Internet.

Zerbst l "Das sind alles richtig klasse Leute", sagt Heiko Röder über die Mitkandidaten um den Lokalmatador. So richtig wisse er gar nicht, wie er da mithalten solle, meint er bescheiden. Dabei schuf der 49-Jährige 2005 mit alt-zerbst.de das wohl wichtigste, in jedem Fall umfangreichste Nachschlagewerk im Internet über Zerbst. Die Liebe zur Stadt hat der gebürtige Zerbster, der von Berufswegen in Magdeburg wohnt, in die Wiege gelegt bekommen.

Sein Onkel, Hobbyhistoriker Helmut Hehne, konnte ihn mit seiner Leidenschaft für die Geschichte Zerbsts anstecken, und da der Elektronikfachmann auch Hobbyfotograf ist - unter anderem für die Volksstimme fotografierte - "führte ich nur alles zusammen." Er lud alte Bilder aus Zerbst auf seine Seite und schrieb Texte dazu. "Die Infos bekam ich vom meinem Onkel." Eigentlich sollte es nur um das ganz alte Zerbst gehen, doch schon bald wurde klar, dass Material für alle Epochen der vergangenen 1000 Jahre vorlag und verwendet werden sollte. Jeden Tag arbeitet er mindestens eine halbe Stunde an der Seite - seit zehn Jahren. Hinzu kam 2011 noch das Facebookprofil von alt-zerbst. "Dort lade ich meist eigene Bilder hoch aus den 1970er und 80er Jahren." Die Reaktionen darauf seien nahezu euphorisch, "weil viele noch den Anblick kennen, es heute aber ganz anders aussieht".

Geld bekommt er für den Aufwand nicht. Nur der Shop mit Artikeln mit Zerbster Motiven bringt etwas ein, "das reicht niemals zum Leben". Dafür kauft er alte Fotoalben und Ansichtskarten, sammelt Bilder von Zerbst. Ebenso die drei Bücher, die er mit seinem Onkel veröffentlich hat, tragen sich nur selbst. "Ich mache es aus Liebe zur Stadt. Mein Lohn sind die Reaktionen der Leute." Und die kommen aus England, USA, Kanada, Russland. Die meisten Anfragen: "Katharina II" und "Heimatfest Zerbst".