Das Gymnasium Francisceum blickt auf eine lange Geschichte zurück. 212-jähriges Bestehen nach seiner Neubegründung durch Fürst Leopold Friedrich Franz feierten die jetzigen und ehemaligen Schüler sowie die Lehrer.

Zerbst l Jeder der ehemaligen Schüler des Francisceums war gespannt, wie die alte Schule sich wohl entwickelt hat. Schüler des Francisceums stellten das Lehrgebäude auf ganz besondere Weise vor. Von Schülern geführte historische Rundgänge entführten die Ehemaligen auf eine Reise durch die Zeit.

Begonnen wurde in der Mönchszeit, denn die Geschichte des Francisceums beginnt 1246. Damals wurde das Franziskanerkloster zu St. Johann in Zerbst gegründet. In den Mauern dieses Klosters befindet sich mit dem Francisceum heute die älteste weiterführende Schule Sachsen-Anhalts, die bereits 1526 gegründet wurde und sich seit 1532 ununterbrochen in diesem altehrwürdigen Kloster befindet.

Starke Frauen und Männer prägen das Bild

Neben dieser Schule befand sich von 1582 bis 1798 in den Klostermauern das Gymnasium illustre, die Anhaltische Landesuniversität. Auch diese 200-jährige Episode stellt ein Schüler szenisch dar.

Zu neuem Leben erweckte Fürst Leopold Friedrich Franz die altehrwürdigen Klostermauern. Er baute unmittelbar nach seinem Besuch in Zerbst mit großen finanziellen Mitteln das verfallene Kloster zu einem modernen Gymnasium aus. Dabei war er auch bemüht, am Francisceum der fortschrittlichen Pädagogik zu verhelfen.

Von der Bibliothek in den Obstgarten

Besondere Persönlichkeiten, die mittel- oder unmittelbar mit der Schule in Beziehung standen, fanden bei dem historischen Rundgang ihren Platz.

Eine Schülerin stellte in einer Szene Ida Möhring dar, die als erstes Mädchen an der Schule lernte. Ida Möhring kam jeden morgen mit dem Fahrrad aus Straguth nach Zerbst. Ihr Abitur legte sie 1931 ab, erfuhren die Zuhörer. Erst 1939 wurde die Höhere Töchterschule auf der Schlossfreiheit in Zerbst mit dem Francisceum vereint.

In eine Szene fand auch die Geschichte von Jenny Hirsch Platz. Die 1829 in Zerbst geborene Jüdin kämpfte ihr Leben lang für Frauenrechte und Bildung.

Der historische Rundgang führte durch alle Bereiche des Francisceums. So gab es sowohl Einblicke in die historische Bibliothek, die Klassenräume und das Schulmuseum als auch einen Rundgang durch den Garten. "Im Obstgarten können wir uns immer bedienen", erklärt ein Schüler.

Im Anschluss konnten die Ehemaligen auch das Museum der Stadt besichtigen. Mit dem Abend der Begegnung, der in der Aula stattfand, endeten die diesjährigen Schulfesttage.

 

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