Mit einem Tag der offenen Tür hat die Freiwillige Feuerwehr von Lübars am Sonnabend versucht, Interessierte für eine neu zu gründende Jugendfeuerwehr zu begeistern. Der Nachmittag auf dem Gelände der Blauröcke wurde von den Bürgern gut angenommen.

Lübars l Ankunft auf dem Hof der Freiwilligen Feuerwehr von Lübars um 15 Uhr. Nanu? Haben die in Lübars jetzt schon eine eigene Drehleiter? Nein, es ist die von den Kameraden aus Möckern. Aber wenn so ein Tag der offenen Depot-Türen ausgerufen wird, dann lassen sich die Kameraden aus Möckern eben nicht lange bitten, sondern bereichern gerne das Schauangebot. Auch (oder gerade) das ist Ehrenamt: Zur Stelle zu sein für die Feuerwehr, auch wenn es gar nicht wirklich brennt.

Soeben begrüßt der Lübarser Ortswehrleiter Udo Schmolke die Kinder von der örtlichen Kindertagesstätte. Sie werden ein kleines Programm aufführen. Mit selbstgebastelten und bemalten Feuerwehrautos aus Pappe kurven die strahlenden und singenden Kinder vor den begeisterten Zuschauern umher. Nicht unwahrscheinlich, dass manche der Knirpse schon jetzt krähen: "Wenn ich groß bin, will ich Feuerwehrmann werden!" Zielgruppe an diesem Nachmittag sind aber andere: Die Kinder und Jugendlichen, die bereits in eine Kinder- und Jugendwehr gehen dürfen. So erklärt es Ortswehrleiter Schmolke.

In der Jugendfeuerwehr dürfen junge Interessierte ab zehn Jahren mitmachen. Eine Kinderfeuerwehr ermöglicht den Einstieg ab dem sechsten Lebensjahr, erklärt die Stadtjugendwartin Conny Vietmeyer, die natürlich auch zum Tag der offenen Feuerwehr Lübars gekommen ist.

Derzeit gibt es in Lübars keine solche Nachwuchsabteilung. Wohl aber besuchen Kinder aus dem Ort die Jugendwehr im benachbarten Hohenziatz. "Der Wunsch nach einer eigenen Jugendwehr für Lübars kam übrigens von den Kindern selbst", sagt Schmolke. Eine befähigte Jugendwartin ist bereits gefunden worden. Jetzt wartet man auf interessierte Kinder.

Schwere Technik vorgestellt

Dafür haben die Lübarser Kameraden am Sonnabend tüchtig aufgetischt: In einer Ecke wird anhand eines ausgemusterten VW Golfs gezeigt, wie man mit Feuerwehrtechnik ein Auto aufknackt, um Verletzte daraus bergen zu können. Nicht weniger eindrucksvoll die Vorführung, wie ein Feuerlöscher bedient wird - mit Mitmacherlaubnis für die Schaulustigen. Nun gut - all das dürfen potentielle Neueinsteiger bei der angestrebten Jugendwehr Lübars noch gar nicht machen, bevor sie nicht in die Reihen der aktiven Wehrleute wechseln.

Aber solche Vorführungen wie an diesem Nachmittag in Lübars machen Lust und vermitteln hautnah, worum es bei diesem ehrenamtlichen Job geht. Und die bereits bestehende Jugendfeuerwehr aus Hohenziatz führt in einem kleinen Wettlauf vor, was bereits die Nachwuchsblauröcke alles leisten können und müssen. Mit den Kameraden aus Hohenziatz bestehen enge Kontakte, sagt Udo Schmolke, auch im Ernstfall werden beide Wehren stets gleichzeitig alarmiert.

Folgen des Wegfalls der Wehrpflicht sind spürbar

Zu dem Tag der offenen Tür haben sich die Lübarser auch andere Einsatzkräfte eingeladen. An einem Stand präsentieren sich Reservisten der Bundeswehr aus Burg, wenige Schritte weiter steht der Gerätewagen der Bergetruppe I des Technischen Hilfswerks, Ortsgruppe Burg. Hat man sich damit nicht die Konkurrenz ins Haus geholt? Nein, sagt Udo Schmolke. THW und die Feuerwehr Lübars haben schon einige gemeinsame Übungen gefahren, bestätigt auch THW-Gruppenführer Siegfried Noack. Auch hier, bei den Ehrenamtlichen in Blau, hat man übrigens mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. "Seit dem Wegfall der Wehrpflicht haben wir gut zwei Drittel weniger Personal", sagt Noack. Bis zum Ende der Wehrpflicht hatte die Möglichkeit eines Wehrersatzdienstes beim THW regelmäßig jede Menge junge Leute in den Ortsverband des THW gespült.

Derzeit zählt die Lübarser Ortsfeuerwehr 19 Aktive sowie fu¨nf Mitglieder in der Alters- und Ehrenabteilung. Wer bei der Jugendfeuerwehr Lübars mitmachen möchte, kann sich bei Ortswehrleiter Udo Schmolke melden.

Auch Feuerwehren anderer Ortschaften der Einheitsgemeinde sind auf Nachwuchs angewiesen. Die Wehren stehen für Nachfragen bereit, auch in der Stadtverwaltung vermittelt man im Bedarfsfall.

   

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