Töpfer-Tipps vom Profi, die gibt es bei Detlef Leps. Der Kämeritzer bietet in seiner Werkstatt Workshops für Interessierte an.

Kämeritz l Sonnabend, kurz vor 10 Uhr. Monoton summen die Elektromotoren, die drei Töpferscheiben, zwei stationäre und eine mobile, in Schwung halten.

An ihnen mühen sich Edeltraud Dietrich (63, Verwaltungsangestellte aus Zerbst), Kirsten von Mandel (49, Lehrerin aus Roßlau) und Sigrid Strigli (55, beschäftigt im Gesundheitswesen, aus Biendorf), aus einem Klumpen Ton ein Gefäß zu formen.

Die drei sind Teilnehmerinnen eines Workshops beim Töpfer Detlef Leps. "Die Anregung dazu kam am Tag der offenen Töpferei oder dem Bericht darüber in der Volksstimme", so die Aussagen der "Töpferinnen auf Zeit".

Dass alle drei in ihrer Freizeit bisher bereits mit Ton gearbeitet haben, das merke man schon, so der erfahrene Töpfer. Da sei ein gewisses "Tongefühl" vorhanden.

Mehr oder weniger lange nutzten die drei Frauen die sogenannte "freie Aufbautechnik", um verschiedene Tongegenstände zu formen, etwa so, wie vorwiegend Kinder mit Plasteline arbeiten.

"Mich hat es gereizt, einmal an und mit der Scheibe zu töpfern", erzählt Edeltraud Dietrich, warum sie sich für den Workshop entschieden hat. Im Rahmen der diesjährigen Zerbster Kulturfesttage hatte sie im Ausstellungskomplex des Zerbster Vereins "Farbton" ihre Tonkollektion "Küchenutensilien" präsentiert.

"Ich habe mir den Kurs von Tochter und Schwiegersohn zum 50. Geburtstag schenken lassen", freut sich Kirsten von Mandel. Für Sigrid Strigli geht es um das Erarbeiten der Grundtechniken. "Schnell gemerkt habe ich, dass man viel üben und sicher auch Lehrgeld bezahlen muss", fügt sie an.

Damit der Arbeitsablauf der einzelnen Schritte besser anschaulicher und begreifbarer wird, hat Detlef Leps sie in einer ausgelegten Liste aufgeschrieben und die dadurch jeweils zu erreichenden Teil-Ergebnisse der "Tonbearbeitung" als Modelle zugeordnet.

Lesen und immer wieder mal Hinschauen sind wichtig, aber, weiß Detlef Leps, nur das Üben und Ausprobieren bringen das notwendige "Handgefühl", auch ein Gespür, wie viel Wasser einzusetzen ist und wann mit welchem Druck auf die Gefäßwände einzuwirken ist.

Unmittelbare Hilfe ist notwendig: Zeigen, Vormachen, selbst machen lassen, Korrigieren, Töpfertipps geben... Auch untereinander tauschen sich die Hobby-Töpferinnen aus.

Um diesen arbeitsintensiven und sehr individuellen Workshop erfolgreich zu gestalten, "können immer nur drei Teilnehmer mitmachen", erklärt der Töpfer.

Der Tonklumpen, eine Mischung von Tonen aus Frohnsdorf und Eisenberg, beide in Thüringen, muss auf der linksdrehenden Scheibe mit beiden Händen gefühlvoll erst einmal zentriert werden. Übrigens, so wirft Detlef Leps ein, drehen sich in Europa alle Scheiben links herum. "In Japan zum Beispiel aber rechtsherum, wie ich bei einer Studienreise vor einigen Jahren selbst erlebt habe", erklärt er - ein Auszug aus seinem zusätzlichen, interessanten Töpferfachwissen.

Bis zum Workshop-Ende gegen 12 Uhr waren je vier bis fünf verschiedene Gefäße entstanden. Von Stück zu Stück ist den Teilnehmerinnen die Technik - in der Schrittfolge Zentrieren, Aufbrechen, Boden setzen, Stellgriff, Zangengriff, Knöchelzug, Kammschienenzug und Randabschluss - besser gelungen, sind doch annehmbare sowie mehr und mehr anspruchsvoll geformte Unikate entstanden. Diese "rohen" Gefäße werden in der Leps`schen Töpferwerkstatt etwa noch eine gute Woche trocknen.

Danach werden von den Teilnehmerinnen ausgewählte Gefäße bei 930 Grad Celsius dem sogenannten Schrühbrand "unterworfen". Abschließend werden sie nach dem Glasieren bei 1250 Grad Celsius erneut gebrannt, dem sogenannten Glattbrand, um danach in dem von Detlef Leps kreierten charakteristischem "Elbauenblau" zu erstrahlen.

Am Sonntag hatten wiederum drei Frauen an einem weiteren Dreh-Workshop teilgenommen. Übrigens wird Detlef Leps am Sonnabend, 9. Mai, ebenfalls von 9 Uhr bis 12 Uhr, einen "offenen Workshop" durchführen. "Von den sechs möglichen Plätzen ist zur Zeit noch ein Platz frei", gibt es noch eine aktuelle weitere Informationen aus Kämeritz.

Anmeldungen und Informationen unter Telefon 03923/947 85. Im Internet ist die Töpferei zu finden unter www.toepferei-leps.de.

   

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