Den etwas sperrigen Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" hat sich die Ciervisti-Ganztagsschule 2013 verdient und behauptet die Auszeichnung seitdem. Bedingung dafür sind unter anderem Aktionen gegen Diskriminierung jeder Art.

Von Sebastian Siebert

Zerbst l Es bedarf einiger Mühe, sich den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" zu verdienen. Das hat die Schule 2013 geschafft. Den Titel, der auf eine bundesweite Initiative von Schülern zurückgeht, bekommt die Schule nur, wenn sich die Schüler selbst dazu verpflichten, aktiv gegen Diskriminierung vorzugehen. Eine andere Anforderung ist, mindestens einmal im Jahr ein Projekt gegen Diskriminierung zu organisieren.

Gleich mehrere Projekte fanden am Mittwoch dazu an der Schule statt. Je nach Klassenstufe näherten sich die Schüler auf ganz unterschiedliche Weise dem Thema. Wegen des 70. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges stand dieser bei einigen im Mittelpunkt. So sahen die Schüler der vier neunten Klassen beispielsweise "Schindlers Liste". Den Spielberg-Film über den Unternehmer handelt von Oskar Schindler, der 1200 Juden vor dem Tod bewahrte, weil er sie als unabkömmlich einstufte und dabei sein Vermögen und sein Leben riskierte. Am 2. Juni werden die Schüler die Gedenkstätte Sachsenhausen besuchen.

Die Schüler der achten Klassen setzten sich in einer Gruppenarbeit mit dem Thema auseinander. Sie untersuchten Stereotype und Vorurteile gegenüber Ausländern. Hilfe bekamen sie von Mitgliedern des Netzwerkes Demokratie und Courage in Sachsen-Anhalt. So lernten sie, dass "die Ausländer" eine lediglich fiktive Gruppe sind, die eigentlich gar nicht zusammengehören. Schließlich gibt es sowohl Gaststudenten als auch Menschen anderer Hautfarbe, die in Deutschland geboren und aufgewachsen und deutsch sind. Mit Hilfe eines Filmes untersuchten sie zahlreiche andere Vorurteile.

Einen "Tag der Religionen" erlebten die Schüler der 7a und 7b. Sie besuchten die Jüdische Gemeinde, eine Mosché und die Johanniskirche in Dessau. Die Schüler der 7c ließen sich von einem Polizeibeamten aufklären, wie Gewalt verhindert werden kann. Zudem zeigten ihnen Heiko Gehrmann und Manuela Schmelzer Karate-Techniken. Die beiden Karate-Lehrer zeigten ihnen auch grundlegende Selbstverteidigungstechniken.

Ein gutes Mittel gegen Ausgrenzung ist ein Team. Teamarbeit fördert soziales Verhalten und das versuchten die Schüler der fünften Klassen. Sie beschäftigten sich mit der Stadt Mostar in Bosnien-Herzegowina. Dort befindet sich die Partnerschule der Zerbster. Während die eine Klasse Wandbilder zur Stadt kreierte, kochten die anderen ein bosnisches Gericht.

"Mir gefällt die Stadt", sagte Max Hirschfeld. Die vielen Brücken seien sehenswert und er würde dort gern einmal hinreisen. Pita, ein Fladenbrot, gab es in der Küche. Dazu Cevapcici, eine Fleischspezialität aus dem Balkan. "Zu unserer Boulette unterscheidet sich Cevapcici nicht nur durch die längliche Form", erläuterte Hauswirtschaftslehrerin Manuela Herbig. "Es sind wesentlich mehr Kräuter enthalten."

Traditionell werden sie nur aus Rindfleisch gefertigt, denn in der Balkanregion gebe es eine Menge Muslime, die kein Schweinefleisch essen, fügte sie an. Dazu hatte sie mit ihrer Kollegin Marlies Neustaedt und den Kindern Tzaziki aus Joghurt, Quark, Knoblauch, Zwiebeln und vielerlei anderer Zutaten gerührt. Eine wichtige Zutat, so betonte sie, sei Minze. "Die ist dort traditionell enthalten. Sie nimmt das Herbe der Zwiebeln und des Knoblauchs."

Auch die zehnten Klassen hatten viel zu tun. Sie schenkten der Schule traditionell etwas.

   

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