Ein Ort, an dem man nehmen kann, was man möchte, ohne zu bezahlen, ist der Schenkladen in Deetz. Er schlägt eine Brücke zwischen Menschen, die Dinge nicht wegwerfen mögen, und anderen, die nur wenig Geld zur Verfügung haben.

Deetz l Wer etwas braucht, kann es einfach mitnehmen: So einfach ist das Prinzip im Schenkladen am Fabrikweg. "Bei uns landen die Sachen, die den Menschen in der Region zu schade zum Wegwerfen sind und die sich eben noch gut gebrauchen lassen", erklärt Sören Heise vom Verein Coyote, der den Laden betreibt. Wer von den Sachen im Laden etwas gebrauchen kann, nimmt es einfach mit. "Bei uns muss niemand seine Bedürftigkeit nachweisen, der Laden ist für alle da", so Heise weiter.

Der rege Betrieb im Laden scheint ihm Recht zu geben. Aus dem gesamten Stadtgebiet von Zerbst mit all seinen Ortschaften, aus Aken, Reesen und Loburg kommen die Menschen am Mittwochnachmittag zum Schenkladen, um zu stöbern oder auch ihre Kleidung, Bücher, Geschirr, Schuhe und Kinderspielzeug abzugeben. In Empfang nehmen all diese Waren Ines Hoppe, Karin Heise und Marianne Stark-Bernicke. Meist sind es eben Dinge, die jeder zu Hause hat.

Hin und wieder aber bleibt den Damen auch etwas besonders im Gedächtnis: "Da war einmal ein Bierglas mit einem Bild einer nackten Frau drauf. Und ein Kamasutra hat uns auch mal jemand hiergelassen. Das hat aber recht schnell einen neuen Besitzer gefunden", erzählt Ines Hoppe schmunzelnd.

Auch ein glückliches Ende einer langen Suche gab es im Schenkladen in Deetz schon einmal: "Eine Dame hat mal bei uns ein Weinglas gefunden, das ihr in einem Service zerbrochen war. Und genau das fehlende Exemplar hatten wir hier stehen. Sie ist glücklich wieder nach Hause gefahren, weil sie sehr an diesen Gläsern hing."

 

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