An der Spitze der Kfz-Innung Zerbst steht jetzt eine Frau : Einstimmig hat die Innungsversammlung Gisela Achilles ( 61 ) zur neuen Obermeisterin gewählt. Zu ihr rücken mit Armin Schmidt und Peter Gast zwei neue Gesichter in den Innungsvorstand auf.

Zerbst. " Einer muss es doch tun ", umschreibt die neue Zerbster Kfz-Innungsobermeisterin Gisela Achilles, dass sie und ihre beiden Mitstreiter, Armin Schmidt als Stellvertreter und Peter Gast als Vorsitzender der Gesellenprüfungskommission, wie selbstverständlich, nicht nur im harten Geschäft, sondern auch im ehrenamtlichen Engagement Verantwortung zu tragen bereit sind. Auch für Armin Schmidt steht fest : " Wir haben Verantwortung für das, was in den letzten 20 Jahren aufgebaut wurde. " So alt ist die Kfz-Innung inzwischen.

Schmidt und seine Vorstandskollegen dürften dabei auch an ihre Vorgänger gedacht haben : Hilmar Anhold als langjähriger Obermeister und den viel zu früh verstorbenen Roland Hübner. " Es ist nicht so einfach, jemanden zu finden, der sich da vorne hinsetzt ", weiß auch Carmen Bau, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Anhalt-Bitterfeld, den Einsatz im Ehrenamt hoch zu schätzen.

Die gebürtige Berlinerin Gisela Achilles, gelernte Friseurmeisterin und von der Pike auf im Autogeschäft, kam vor 20 Jahren nach Zerbst. Die frühere Leistungssportlerin ist Vorstandsmitglied in der Kreishandwerkerschaft und vielseitig im gesellschaftlichen und Vereinsleben engagiert.

Verantwortung trägt der Vorstand, die gut 40 Mitgliedsbetriebe in der Kfz-Innung fachlich zu unterstützen. Nachwuchsgewinnung ist dabei ein ganz zentraler und ein wunder Punkt. " Es kommen die geburtenschwachen Jahrgänge. Jahr für Jahr wird die Qualität der Bewerber schlechter ", weiß Peter Gast. Von einem Schuljahrgang kommt höchstens noch ein Drittel als Bewerber im Handwerk an, erläutert Carmen Bau. " Der allergrößte Teil ist nicht ausbildungsreif ", lautet ihr vernichtendes Urteil. Das bestätigen auch Achilles und Schmidt. " Unsere großen Forderungen an die Politik bleiben bestehen ", so Bau. Dabei geht es auch um eine deutlich bessere Schulbildung, schon in den Grundlagen, um Disziplin, Ehrgeiz und Ordnungssinn. Inzwischen tritt die Handwerkerschaft an Schulen auf, um Lehrern und Schülern aufzuzeigen, dass Handwerk " längst nicht mehr schrauben, schrauben, schrauben bedeutet ", betont Armin Schmidt. " Autos sind doch hochmodern und komplex. Da kommt es auf technischen Verstand, Mathematik, Physik und Logik an. "

Die Kfz-Innung wird sich zum Handwerkerstammtisch am 18. April, zum Spargelfest und zur Gewerbefachausstellung im Herbst präsentieren. Um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, ist eine Fahrt nach Berlin geplant, gemeinsam mit den Kollegen der Kfz-Innung Bitterfeld.