Elsnigk ( ja / mz / mb ). Über 15 Jahre lang hat er für andere den Wahlkampf nicht nur gemanagt, sondern dabei auch jede Form der notwendigen Kärnerarbeiten geleistet – vom Plakatekleben bis hin zum Stühleschleppen. Im nächsten Jahr will CDU-Mann Dietmar Krause für sich selbst Wahlkampf machen, will selbst auf direktem Wege in den Landtag von Sachsen-Anhalt einziehen, und geht es nach der Zustimmung, die er am Freitagabend auf der Wahlkreismitgliedervollversammlung erhalten hat, dann darf er zahlreiche Helfer an seiner Seite wissen. Krause hat in Elsnigk umjubelte 69 Stimmen von 69 möglichen bekommen – und weil der Mann aus Zabitz auch immer ein Späßchen auf Lager hat, ließ er seinen, ob des Ergebnisses erstaunten Kreisvorsitzenden Bernhard Northoff mit Augenzwinkern wissen : " Du kommst aus dem Westen, Bernhard, du kannst das nicht wissen : Hier sind die Wahlergebnisse so. "

Gegenkandidat nur auf dem Papier

Trotz vielfältiger kommunalpolitischer Erfahrungen hat der 49-Jährige noch nie ein Amt derartigen Formats ausfüllen müssen und umso mehr durfte es ihn erfreuen, dass der Saal es ihm vorbehaltlos zutraute, in die Fußstapfen von Erich Reichert treten zu können. Reichert, Bürgermeister von Reppichau und über drei Legislaturperioden hinweg Mitglied des Landtages, hatte beizeiten angekündigt, aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder kandidieren zu wollen – und Krause war der quasi logische Nachfolger.

Dennoch blieb die Wahlkreismitgliedervollversammlung bei ihrer Wahl des CDU-Kandidaten für den Wahlkreis 23 der Landtagswahl im Jahr 2011 nicht ohne Kuriosität. Die darin bestand, dass Krause auf dem Papier mit Bernd Friedrich aus Zerbst eigentlich einen Gegenkandidaten hatte, der allerdings – und das war doch sehr ungewöhnlich – in Elsnigk nicht gesichtet wurde. Friedrich hatte, wie man auf dem Informationszettel nachlesen konnte, seine Kandidatur auf " Eigeninitiative " erwogen. Die Zerbster CDU hatte sich auf einer Versammlung fast einstimmig für die Unterstützung von Krause ausgesprochen. Es gab nur eine Gegenstimme – die von Bernd Friedrich. Krause konnte diese Posse letztlich mit Gelassenheit zur Kenntnis nehmen. Und mit Wohlwollen, dass Erich Reichert und Bundestagsabgeordneter Ulrich Petzold in ihren Grußworten viel Lob auf Krauses lockiges Haupt versammelten.

Krause, so würdigte Reichert, sei ehrlich, aufrichtig, charakterfest und verlässlich in guten wie in schlechten Zeiten. Und auch Petzold, in dessen Abgeordnetenbüro Krause Mitarbeiter ist, konnte nur Gutes über den Kandidaten vorbringen. Ein Abgeordneter müsse Vertreter der einfachen Menschen gegenüber der Regierung sein " und genau das verkörpert Dietmar Krause ".

Deutliche Kampfansage an die Linke

Krause nutzte die Gelegenheit, in Elsnigk nicht nur eine Vorstellung seiner Vita zu geben, sondern auch einen Ausblick auf seinen politischen Standort. Mit einer deutlich Kampfansage an die Linke, mit deutlichen Worten auch Richtung derjenigen, die 20 Jahre nach der Wende alten Zeiten nachtrauern : Man dürfe sich nicht kleinreden lassen, was in den zurückliegenden 20 Jahren im Lande geschaffen wurde. " Und wer möchte, dass es in Sachsen-Anhalt weiter bergauf geht, der muss CDU wählen mit der ersten und der zweiten Stimme ", sagte Krause. " Wir haben keine Zeit für Experimente. "