Ein Unfallschwerpunkt in Zerbst soll entschärft werden. Nach Ansicht der Mitglieder der Unfallkommission des Landkreises könne es zu weniger gefährlichen Situationen kommen, wenn die Rechtsabbiegerspur in der Roßlauer Straße zur Kirschallee gekappt werden würde.

Zerbst. Die Unfallkommission für Anhalt-Bitterfeld hat die Einmündung der Kirschallee in die Roßlauer Straße ( B 184 ) zum Unfallschwerpunkt erklärt. Dieses Prädikat gebührt dem Verkehrsbereich bereits seit geraumer Zeit. Eine der Unfallursachen soll laut Beschluss der Unfallkommission von Anfang Februar voraussichtlich zum Ende März rigoros vereitelt werden : Die Rechtsabbiegerspur auf der Roßlauer Straße zum Abbiegen in die Kirschallee soll geschlossen werden. Damit bleiben alle Fahrzeuge auf einer Spur und somit im Blick desjenigen, der aus der Kirschallee kommend auf die Bundesstraße aufbiegen möchte.

Aufstellborde und Leitbaken kommen

Die Rechtsabbiegerspur soll mit Aufstellborden und Leitbaken deutlich sichtbar abgetrennt werden. Momentan wird, so Veit Bille, zuständiger Projektgruppenleiter beim Landesbetrieb Bau, NL Ost ( dem Baulastträger der Roßlauer Straße ), das für die Absperrung nötige Material angefordert.

Ob dies dann anderen Unfallursachen Vorschub leistet, etwa Vorfahrtsdelikte durch genervt wartende Kirschallee-Benutzer, die bei absehbar kleiner werdenden Fahrzeuglücken sehr riskant auf die Bundesstraße aufbiegen, bleibt anschließend abzuwarten. Grundsätzlich sieht auch der Landesbetrieb Bau in Dessau-Roßlau einen dringenden Umbaubedarf. " Der Knotenpunkt muss aufgrund der ungünstigen Verkehrssituation, hier auch als Besonderheit der in beiden Richtungen befahrbare Radweg, dringend umgebaut werden ", so Bille. Den gesamten Knotenpunkt umzubauen, könne " nur in Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel und der Abarbeitung der vorhandenen Prioritätenliste, die weitere Unfallschwer- oder Konfliktpunkte im Zuständigkeitsbereich der Niederlassung Ost beinhaltet, erfolgen ". Der Knotenpunkt Kirschallee sei in dieser Liste selbstverständlich enthalten " und soll nunmehr nach Beseitigung anderer Unfallschwer- bzw. Konfliktpunkte in absehbarer Zeit realisiert werden ".

Stadt favorisiert einen Verkehrskreisel

Mit der zeitlichen Einordnung noch 2010 sei kaum zu rechnen, vielmehr wird die Umgestaltung als " mittelfristig möglich " bezeichnet. Zum einen drängen anderenorts hochprioritäre Notwendigkeiten, zum anderen fehlen für den Verkehrsknoten in Zerbst noch abschließende Planungsunterlagen.

Erst vor wenigen Tagen hat die Stadt Zerbst eine eigenständig beauftragtes Verkehrsgutachten zur Einmündung Kirschallee / Roßlauer Straße an den Landesbetrieb Bau weitergegeben. Das Gutachten favorisiert einen Verkehrskreisel. Ob sich der Landesbetrieb Bau dieser Position anschließt, ist derzeit noch offen.