" Wer ist eigentliche Andreas Fischer ?", wollten nach Bildung der Einheitsgemeinde Stadt Zerbst und dem Zusammenschluss der Verwaltungen von Stadt und Landgemeinden mehrere Leser, vornehmlich aus Zerbst, wissen. Kein Wunder – den Landgemeinden – pardon : den Ortsteilen – ist Fischer seit über einem Jahrzehnt geläufig.

Zerbst. Jahrgang 1962, geboren in Möckern, aufgewachsen in Rosian, ist Fischer " einer von hier ". Zehnklassige Schullaufbahn über die POS, danach 1979 bis 1981 Fahrzeugschlosser-Lehre in Magdeburg. " Das war Glück für mich, das wollte jeder werden. " Anschließend Grundwehrdienst, dem die Anstellung in der LPG Isterbies als Landmaschinenschlosser folgte.

1985 wurde Fischer in die Gemeinderatsstube von Rosian delegiert. " Das ging doch damals alles über Delegierungen aus den Betrieben heraus. Die fanden, ich könnte für die Gemeinde gut sein. " Aufgefallen war er dem Mikro-Staatsapparat im nördlichen Kreis Zerbst jener Tage sicherlich durch seinen Einsatz beim Aufbau des Rosianer Jugendclubs. " Drauflos, für andere, ohne auf die Uhr zu schauen. Ich hab mich da reingehängt, und es hat Riesenspaß gemacht, für die Allgemeinheit, die Gemeinschaft, was auf die Beine zu stellen. "

Er war dann Jugendclub-Vorsitzender, vor allem aber stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Rosian. Und begann ein Fernstudium der Staats- und Rechtswissenschaften. Die deutsche Wiedervereinigung beendete es vorzeitig. " Ich hatte keinen Abschluss. Das wäre ein Diplom-Verwaltungswirt-Titel

gewesen, den man mir aber sowieso nicht anerkannt hätte. "

Allerdings war er bereits 1989 hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Schweinitz geworden. Das blieb er nach der Wende dann als vorerst " ungelernter ". 1992 / 93 qualifizierte sich Fischer zum Verwaltungsfachangestellten, 1996 erwarb er die Befähigung für den gehobenen Dienst.

Oft Verantwortung

übernommen

Da war er jedoch bereits Verwaltungsamtsleiter in Lindau. " Nach der Wende bildeten sich diese freiwilligen Verwaltungsgemeinschaften. Schweinitz kam zu Loburg, ich wurde dort im Bauamt eingesetzt. 1994 wurden die Verwaltungsgemeinschaften flächendeckend in Sachsen-Anhalt eingeführt, die VG Vorfläming bildete sich, ich bewarb mich für die Leiter-Position und wurde gewählt. " Die Position behielt er bis zur Auflösung der VG Ende 2004. In der fusionierten VG Elbe-Ehle-Nuthe war Fischer dann unter VGLeiter Hartmut Kühnel bis 30. März 2006 Ordnungsamtsleiter, anschließend VG-Leiter.

Fischer ist der " Mann

der Gemeinden "

Auch " EEN " ist nunmehr bereits Geschichte, und Fischer kam wie alle einst von ihm verwalteten Gemeinden zur Stadt Zerbst. Zeitgleich beendete hier der Ordnungs- und Baudezernent Wolfgang Arndt seine Dienstlaufbahn, für Fischer der ideale Einstieg. Als " Mann der Gemeinden ", ausgestattet mit Wissen über sämtliche kommunalen Zusammenhänge der Dörfer der jüngeren Vergangenheit, kann er für eine möglichst reibungslose Übernahme der Verwaltungsangelegenheiten in die Stadtverwaltung sorgen.

Fischer wurde zwischenzeitlich vom Stadtrat auch zum stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Zerbst gemacht. " Da geht es vor allem um die Verwaltungsabläufe. Es muss ja jemand den Hut aufhaben, wenn der Bürgermeister nicht da ist ", umschreibt er diese Funktion.

Fast 25 Jahre ist er nun Mitarbeiter in öffentlichen Verwaltungen. Er lebt diese Tätigkeit. " Das ist wie viele dieser Bürgermeister, die beim Aufstehen für die Bürger rennen, bis sie wieder ins Bett gehen. Vieles läuft nun mal nach Feierabend. Nicht nur für die gewählten Ratsmitglieder, sondern auch für uns aus der Verwaltung. Aber ich liebe das. " Genau wie den steten Wandel. " Das liegt mir : Wieder eine neue Herausforderung ! Ich baue gern neue Strukturen auf, suche nach Lösungen. Wo auch immer ich eingesetzt war, zu Anfang war die jeweilige Struktur immer neu. " Die Zerbster Stadtverwaltung ist da sicherlich die Ausnahme – die Struktur wurde lediglich erweitert. " Stimmt. Aber die Anforderungen an die Verwaltung sind deutlich gewachsen. "

Zuhause ist Fischer mit seiner Gattin jedoch von jeher in Loburg. Seit Mitte 2009 ist er dort Ortschaftsratsmitglied und auch im Stadtrat der Einheitsgemeinde Möckern. Durch die territorialen Zugehörigkeiten ins Jerichower Land beißt sich das mit der Tätigkeit in Zerbst nicht. " Man darf nicht bloß schimpfen, was ich in Loburg immer wieder gemacht habe, sondern man sollte sich einbringen. Dass ich dann aber gleich in beide Räte gewählt wurde, hat mich überrascht. Jetzt will ich schauen, das alles auch auszufüllen. "