Sie viel Schnee erlebte Zerbst seit Jahren nicht mehr. Doch das angekündigte Chaos am Wochenende blieb aus. Bei der Polizei registrierte man bis gestern Nachmittag leichte Verkehrsunfälle, die allesamt mit Blechschäden endeten. Bei der Deutschen Bahn dagegen hatten einige Regionalzüge Verspätungen.

Zerbst. " Daisy " war bisher als liebe, warme, artige und treue Schoßhündin des inzwischen toten Rudolph Moshammer bekannt. Nun hat " Daisy " ein anderes Gesicht bekommen : kalt, frostig und mit viel Schnee. Das gleichnamige Tiefdruckgebiet ist der erste große Aufreger des Jahres 2010 und sorgt seit Sonnabend für jede Menge Schweißperlen auf der Stirn der Fahrer der Schneepflüge.

Die Mitarbeiter der Landesund Kreisstraßenmeistereien sowie des Bauhofes Zerbst sind im Dauereinsatz und fahren 24-Stunden-Schichten. " Wir sind seit Sonnabend Tag und Nacht unterwegs, um die Straßen im Landkreis befahrbar zu halten ", sagte gestern auf Anfrage der Volksstimme der Leiter der Kreisstraßenmeisterei Anhalt-Bitterfeld, Dieter Eberhard.

Für die Pflug- und Salz-Männer ist nicht nur der Dauerschnee – Frau Holle ließ zwischen 15 und 25 Zentimeter vom Himmel fallen – ein Problem, sondern der kräftige Wind. Dieser sorgte auf den Bundes-, Landes und Kreisstraßen überall für Schneeverwehungen. Waren die wichtigen Straßen im Kreisgebiet am Sonnabend noch schneefrei, leistete " Daisy " über Nacht ganze Arbeit. Am morgen war die Schwarzdecke in frischem Weiß überzogen.

" Wir hatten einige Schwerpunkte im südlichen Bereich des Landkreises. Aber im Zerbster Raum sind wir gut vorangekommen ", schätzt Dieter Eberhard ein. Auch die Mitarbeiter des Zerbster Bauhofes waren in der Stadt und in den 24 Ortsteilen unterwegs. Hinzu kam die Räumpflicht für die Anwohner, die in den vergangenen Tagen kiloweise Schnee von den Fußwegen schippen mussten.

" Alles im grünen Bereich ", resümierte gestern der Leiter der Zerbster Feuerwehr, Jürgen Dornblut. Die Kameraden waren auf Einsätze vorbereitet, doch alarmiert wurden sie nicht. Noch halten auch die Bäume die Schneelasten. Als Problem werden sich aber bald die Eiszapfen erweisen, die bei steigenden Temperaturen wie Geschosse zu Boden fallen.

In einigen Dörfern des Verbreitungsgebietes der Zerbster Volksstimme kam es am Sonnabend zu Problemen bei der Zustellung. So waren die Orte Pakendorf und Wertlau morgens eingeschneit, so dass kein Durchkommen für die Zeitung war. In Reuden stürzte eine Zustellerin und verletzte sich. Auch dort sowie in Grimme war die Volksstimme etwas verspätet im Briefkasten.