Zerbst. Wegen völlig vereister Straßen, Wege und Plätze sind die Busse des Zerbster Reise- und Nahverkehrsunternehmens Ruthe erst ab 10 Uhr gefahren. Dies hatte jedoch keine Auswirkungen auf den Unterricht an den höherklassigen Schulen in Güterglück und Zerbst. Fahrschüler haben an diesen Schulen einen hohen Anteil.

" Es gab beim Unterricht keinerlei Probleme. Wir haben eben vor weniger Schülern unterrichtet ", berichtete der stellvertretende Schulleiter der L-Schule in Güterglück, Siegfried Neubauer.

Auch in der Ganztagsschule Ciervisti lief der Unterricht, als gäbe es kein Blitzeis. Vor Unterrichtsbeginn jedoch " war ganz schön was los. Betroffene Eltern riefen an, um ihre Kinder abzumelden. Die meisten betroffenen Schülerinnen und Schüler wurden jedoch individuell zur Schule gebracht. So konnte jede Unterrichtsstunde wie geplant gehalten werden ", informierte Schulleiterin Friederike Finger. Um sicher zu gehen, dass der Verbleib jedes Schülers klar dokumentiert ist, wird im Nachgang geprüft, wer sich vielleicht ohne jeden Mucks selbst einen schulfreien Tag genehmigt hat. " Ich weiß von einem einzigen. Alle anderen haben definitiv am Unterricht teilgenommen, einzelne waren entschuldigt. "

Dieses Fazit konnte auch Hans-Henning Messer, Schulleiter im Gymnasium Francisceum, ziehen. " Anfangs war uns schon etwas mulmig, als wir hörten, die Busse würden nicht fahren. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Eltern und Angehörigen ihre Kinder zur Schule brachten. So waren bei Schulbeginn nur ganz wenige Schülerinnen und Schüler nicht in der Schule. " Zwei Schüler der zwölften Klassen beispielsweise waren nicht anwesend und müssen nun wahrscheinlich die für gestern angesetzte fünfstündige große Geschichts-Klausur nachholen. Und auch an der Fremdsprachenolympiade, bei der die diesjährigen Sprachgenies der Schule in Spanisch, Italienisch, Latein, Russisch und Englisch gekürt wurden, hatten zwei Schüler nicht teilnehmen können. " Insgesamt jedoch ist festzustellen, dass die ausgefallenen Busse keine Auswirkungen auf den Unterricht hatten ", ist Messer dankbar und zufrieden über das Engagement der Elternhäuser.

Das Blitzeis hatte sich am frühen Morgen gebildet. Nahezu der gesamte Bereich in und um Zerbst war betroffen. " Gegen 6 Uhr wurde in der Firma Ruthe festgelegt, nicht auszurücken. Nicht nur der Betriebshof, sondern auch alle umgebenden Straßen waren mit einem Eispanzer überzogen, ein kurzfristiger Temperaturumschwung war nicht absehbar und daher das Unfallrisiko als viel zu groß betrachtet worden. " Hans-Jürgen Wolf ist Betriebsleiter im generell zuständigen Busunternehmen Vetter und sagt : " Der Fahrer entscheidet, ob er fährt. Er steht ja auch für Unfälle gerade. Insofern war die Entscheidung zu akzeptieren. Der Radiosender SAW wurde gebeten, die Elternhäuser zu informieren. Und wir haben Schulen und den Landkreis informiert. "

Die ebenfalls in den Personennahverkehr eingebundenen Firmen Ehle und Lachmann riskierten, ihre Linienfahrten vorzunehmen, und kamen auch wohlbehalten an.