Zerbst / Köthen ( td / uli / mz ) Zum Stand der Umsetzung des Bundesprogramms Kommunal-Kombi informierte der Leiter der Koordinierungsstelle für Arbeit, Soziales und Arbeitsmarktförderung, Rainer Jacobshagen, dieser Tage den Ausschuss für Gesundheit und Soziales des Kreistages Anhalt-Bitterfeld. Die zweite Förderperiode, die im September 2009 begonnen hat, sei mit einigen Problemen seitens der Bundesverwaltungsamtes behaftet gewesen. Dort habe es mehrfach personelle Umbesetzungen gegeben. Plötzlich seien die vom Landkreis eingereichten Unterlagen für 160 Arbeitsplätze nicht mehr genehmigungsfähig gewesen, blickt Jacobshagen zurück.

" Wir haben uns natürlich umgehend um Aufklärung bemüht ", so der Experte, der zuvor schon die erste Förderperiode mit 140 Arbeitsplätzen im Landkreis erfolgreich begleitet hat. Massiver Widerspruch, auch seitens der Träger und der Sozialausschussvorsitzenden Dagmar Zoschke, sowie ein Brief des Landrates an den zuständigen Abteilungsleiter der Bundesbehörde seien schließlich erfolgreich gewesen. " Noch bis zum 4. Dezember haben wir aber gebangt ", erinnert sich Jakobshagen.

Bis Ende Dezember 2009 waren dann aber 296 der 303 für den Landkreis insgesamt bewilligten Arbeitsplätze in den drei Bereichen Köthen, Bitterfeld und Zerbst für die Dauer von drei Jahren besetzt. Die Gesamtkosten dafür bezifferte Jacobshagen mit elf Millionen Euro, wovon der Landkreis zehn Prozent zu tragen hat. Hinzu kommen noch einmal 500 000 Euro an Sachkosten für die rund 40 Projekte.

Als Tätigkeitsfelder, die über Kommunal-Kombi abgedeckt werden, nannte Jacobshagen die Bereiche Kunst und Kultur, Bibliotheken, Museen, Jugendund Seniorenarbeit, Verbesserung der Ortsgestaltung, Umwelt- und Landschaftsschutz sowie Busbegleiter. Auch 51 Arbeitsplätze in Sportvereinen konnten geschaffen werden. Die Fortführung des Wegweisers für Behinderte sei in diesem Rahmen ebenfalls möglich. Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld profitiert mit zehn eigenen Projekten vom Kommunal-Kombi, wurde informiert, darunter in der Kreismedienstelle, im Wolfener Filmmuseum, im Francisceum Zerbst oder im Schülerverkehr ( Busbegleiter ).

Ein Beirat, in dem unter anderem Vertreter der IHK, des Bauernverbandes und der Handwerkskammer sitzen, achtet darauf, dass mit Kommunal-Kombi keine bestehenden Arbeitsplätze gefährdet werden. Da sich der Landkreis im Zusammenarbeit mit der Arge bemüht hat, die 303 geförderten Arbeitsplätze vor allem mit Personen zu besetzen, die in der Folge aus dem Hartz-IV-Bezug herausfallen, wirke sich dies auch positiv im Bereich der Kosten der Unterkunft aus, schilderte Sozialamtsleiter Martin Kriebisch. Er räumte aber auch ein, dass dies trotz aller Integrationsbemühungen nicht im Verhältnis 1 : 1 gelinge.

• Das Bundesprogramm Kommunal-Kombi fördert zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, die in Regionen mit besonders hoher Langzeitarbeitslosigkeit geschaffen werden.

• Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld gehört zu den 79 Förderregionen. Die Förderung eines Arbeitsplatzes erfolgt maximal für die Dauer von drei Jahren.

• Die konkrete Zielgruppe

sind Langzeitarbeitslose, die mindestens zwei Jahre arbeitslos sind, seit mindestens einem Jahr ALG II beziehen und über 50 Jahre alt sind.

• Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld begann die erste Förderperiode am 1. September 2008 mit 140 Arbeitnehmern, die einen Brutto-Lohn von 840 Euro für 30 Stunden erhalten. Insgesamt werden 303 Arbeitsplätze gefördert.