Eine Investition in die Bildung und in unsere Kinder feierte gestern in Zerbst ihre offizielle Übergabe. Die Bauarbeiten am Erweiterungsbau des Gymnasiums Francisceum, Am Weinberg 3, sind abgeschlossen. Landrat Uwe Schulze übergab bei einem Besuch das Gebäude feierlich an die Schulleitung.

Zerbst. "Komm, bau ein Haus" hieß das Auftaktlied, mit dem der Schulchor gestern morgen die vielen Vertreter des Landkreises und der Stadt bei der offiziellen Übergabe des Erweiterungsbaus begrüßte. Und so konnten die Besucher auch gleich Zeugen der guten Akustik in den neuen Räumen werden – in diesem Fall im Chemieraum.

Im Frühjahr 2010 begannen die umfassenden Arbeiten an dem 1882/83 erbauten Gebäude, das seit 1993 wieder durch die Schule genutzt wird. "Seit mehr als zehn Jahren besteht die Aufgabe, die Fachunterrichtsräume hier qualitativ so zu erweitern, dass der Unterricht mit separaten Vorbereitungsräumen optimal gestaltet werden kann", sagte Landrat Uwe Schulze in einer kleinen Ansprache. Währenddessen stand er in der Tat sehr nahe am Bio- und Chemievorbereitungsraum, der nur durch eine Tür von beiden Fachräumen im Erdgeschoss entfernt liegt. "Damit sind Experimente ohne Probleme hier machbar, die Wege kurz", fügte die stellvertretende Schulleiterin Veronika Schimmel bei einem späteren Rundgang hinzu und spricht damit bereits aus Erfahrung. Seit Oktober können die Lehrer die naturwissenschaftlichen Fächer hier unterrichten.

Ebenfalls im Erdgeschoss befindet sich nun auch ein Hörsaal, der schon leichtes Vorlesungsflair vom Studium aufkommen lässt.

Im ersten Obergeschoss liegen die Fachräume sowie der Hörsaal für Physik und Technik. Die Raumaufteilung ist identisch mit der des Erdgeschosses. Die Unterrichts- und Vorbereitungsräume sind auch hier unmittelbar miteinander verbunden. Über eine Zugangstür zum Vorbereitungsraum hängt eine kleine Schautafel, die neugierig macht. "Hier kann man ablesen, wie viel Strom wir durch die an der Giebelwand angebrachten Solarmodule erzeugen", erklärt Schimmel. Eine etwa 20 Quadratmeter große Fläche decken die Module ab – mit einer maximalen Gesamtleistung von rund einem Kilowatt. Sie soll jedoch nicht der Stromerzeugung dienen. Dazu ist die Anlage zu klein. Jedoch demonstriert sie den Schülern die Funktion der Solarenergie, vereint Theorie und Praxis.

Da die Größe des Erweiterungsbaus durch bereits vorhandene Grundstücke und Bauten eingeschränkt war, entschied man sich, die ebenfalls stark sanierungsbedürftigen Sanitäranlagen komplett zu entfernen und die neuen Toiletten für Mädchen und Jungen im Keller zu integrieren. Es wurde unter schwierigen statischen Bedingungen die Giebelwand des vorhandenen Weinbergs 3 abgefangen und ein Stahlbetonkeller errichtet.

Mit den Neubaumaßnahmen gingen weitere Eingriffe am Altbau einher. Zum Beispiel erhielt das Treppenhaus eine Rauch- und Wärmeabzugsanlage. Eine Fluchttreppe am Nordgiebel wird noch integriert. Die Ausgestaltung der Außenanlage folgt im Frühjahr.

"Damit sieht man, dass das Konjunkturpaket II in Bildung investiert. Und damit in Sie", sagte Schulze in Richtung der vielen Schüler, die dem offiziellen Akt beiwohnten. Aber auch für die lokalen und regionalen Unternehmen brachte der Erweiterungsbau fördernde Wirkung. Die Bauarbeiten sind fast ausschließlich von Firmen aus Zerbst und dem Landkreis erfolgt.

Der Gesamtumfang dieser Teilmaßnahme beträgt rund 512 000 Euro, die bisher erbrachten Leistungen 480 000 Euro.

Derweil sind die Arbeiten am Francisceum jedoch noch nicht abgeschlossen. Es stehen weitere Mittel aus dem Konjunkturpaket II für die Sanierung der Fenster, der Cafeteria, des Eingangsbereiches sowie den besagten Fluchtweg bereit.