In der Sporthalle "Zur Jannowitzbrücke" spielt der Zerbster HSV. Seine Verbandsliga-Treffen, aber auch die vielen Hallensport-Veranstaltungen sind rege besucht. Die Kehrseite der Medaille: Anwohner-Grundstücke werden zugeparkt.

Zerbst. "Wenn in der Halle Sport stattfindet, dann freut mich das. Das schafft einen guten Ruf für Zerbst. Wenn die Spieler oder die Gäste aber nirgends einen Parkplatz finden, mir stattdessen die Zufahrt versperren, dann wirft das kein gutes Licht auf die Stadt." Rainer Grune ist Anwohner. Und hatte am Sonntag ein Problem. Er kam zurück und nicht aufs Grundstück. Musste die Polizei holen. Die Beamten wiederum zitierten die Fahrzeughalterin aus der Halle heraus, sie zahlte 15 Euro Ordnungsgeld und hatte hinterher dieselbe Frage wie zuvor: "Weshalb finde ich in der Nähe der Halle keinen Parkplatz?"

Auch Anwohner Grune ärgert sich, dass "die Stadt für ihre Gäste hier so wenig tut. Der Sport in der größten städtischen Turnhalle ist ein Aushängeschild. Fast an jedem Wochenende kommen Fans von sonstwo hierher in die Stadt. Und haben in der Nähe keinen Parkplatz."

Darauf angesprochen, zeigte sich Ordnungsamtsdezernent Andreas Fischer zum einen überrascht, zum anderen abwehrend. "Ich bin das schnell mal abgefahren. Die Straße selbst kann fast durchweg von vorn bis hinten beparkt werden. Auf den 600 Metern können durchaus 100 bis 120 Fahrzeuge stehen. Dabei muss man natürlich die Mindestdurchfahrtsbreite der Gegenrichtung von drei Metern beachten. Und man darf keine Ausfahrten zuparken. All das ist hier möglich. Wo ist das Problem?" Die Bedingungen im Umfeld der Turnhalle seien für die mit Autos anreisenden Gäste "akzeptabel", so Fischer. Und der Bus der Gast-Mannschaft kann "durchaus entlang der Dessauer Straße stehen". Zum anderen, so Fischer, werde ihm dieses Problem "erstmals als so wesentlich" vorgetragen. "Die Verwaltung wird hierzu in diesem Jahr nicht tätig, im Haushalt ist nichts vorgesehen. Sollte kein politischer Druck entstehen, werden wir hierzu nicht aktiv."

Davon unabhängig bietet die zum Betriebsparkplatz der KmB umgestaltete ehemalige Buswendeschleife unmittelbar hinter der Sporthalle Potenzial, das Park-Problem zu entschärfen. Der Parkplatz steht häufig leer, erst recht an den Wochenenden. "Ich hätte im Prinzip kein Problem damit, wenn der Parkplatz für die Sporthalle mit genutzt wird. Aber man wird verstehen, wenn ich die Zufahrt auf den Platz nicht aus eigener Tasche herrichte", sagt KmB-Chef Klaus Krawinkel. Ganz wesentlich: Sein Unternehmen hat die gesamte Straße "Zur Jannowitzbrücke" ausgebaut.