Zerbst. In den Ausbau der Schleibank und die Neugestaltung des Umfeldes von St. Nicolai bis hin zur Schleibank fließen erhebliche Mittel aus dem Stadtsanierungsprogramm. Sie müssten bis zum Jahresende verbraucht werden, anderenfalls fallen erhebliche Bereitstellungszinsen an. Helmut Seidler, Vorsitzender des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses, thematisierte diesen Umstand zu Beginn der Auswertung des Workshops über den Planentwurf zur Schleibank. "Wir müssen möglichst rasch über die Ausführungsplanung reden. Sobald sie vorliegt, sollten wir notfalls auch eine Sondersitzung in Betracht ziehen", meinte Seidler. Ihm wurde nicht widersprochen, als der Fachausschuss am Dienstagabend im Ratssaal zusammen saß.

Baudezernent Andreas Fischer zählte sieben Punkte aus dem öffentlichen Workshop zum Entwurf auf. Der wichtigste: "Wir müssen unbedingt mit dem Eigentümer der Kirche zum Entwässerungsproblem des Mittelturmes reden. Wir als Stadt dürfen derartiges nicht finanzieren." Zum zweiten ist die geschwungene Wegführung um die Kirche zwischen Schleibank und Bäckerstraße zu begradigen, um Fußgängern und Radfahrern schnelles Passieren zu ermöglichen. Ferner sollte überlegt werden, wie man die insgesamt sieben Portale in die Umgestaltung einbezieht. Der Förderkreis habe erklärt, außer den drei offen stehenden Portalen keine weiteren öffnen zu wollen.

Vierter Punkt laut Fischer ist die Parkplatz-Konstellation. Man könne von der Stadt nicht erwarten, dass sie kostenfreie Anwohner-Parkplätze in der Schleibank auch für die Bewohner des Generationenhauses errichtet. Deren nagelneuer Parkplatz kostet 50 Euro pro Stellplatz und Monat und ist gähnend leer.

Die Baumhöhe zwischen Nicolai- und Trinitatiskirche soll klar limitiert werden. Hierzu müsse eine abschließende Verständigung mit dem Architekten erfolgen. Auf den Beton- oder Steinflächen hinter dem Bushaltestellenbereich sollen Holzauflagen zum Sitzen angebracht werden, erklärte Fischer. Gleiches hatte Architekt Hans-Georg Brosig bereits selbst vorgetragen. Fischers letzte Notiz betraf den Vorschlag, Strauchwerk aus privaten Gärten für die Gestaltung um die Kirche St. Nicolai zu verwenden. "Das ist wirklich lieb gemeint, aber aus willkürlichen Strauchspenden kann man keine derartige Flächen gestalten. Wir würden uns außerordentlich über Geldspenden freuen, mit denen wir dann die entsprechend passenden Gehölze und Sträucher erwerben können", erklärte Ute Schilling vom Grünflächenamt der Stadt.

Sebastian Siebert (SPD) und Holger Behnke (CDU) erklärten sich zufrieden mit der Art von Öffentlichkeitsbeteiligung, wenngleich sehr wenige Bürger anwesend waren. Auch andere Projekte sollten künftig so vorgestellt werden.