Die Loburger Glocken der Sankt Laurentius Kirche werden für vier Wochen schweigen. Das sagte Pfarrer Georg Struz. Das Geläut muss dringend repariert werden.

Loburg. Voraussichtlich Ende Februar werden die Glocken in die Zwangsruhe geschickt, sagt Pfarrer Georg Struz. Nachdem die Laurentiuskirche zwischen 2004 und 2007 innen vollständig saniert wurde, sind nun die Glocken an der Reihe.

Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges besaß die Kirche vier Glocken. Drei wurden im Laufe des Krieges für die Produktion von Rüstungsgütern eingeschmolzen, hat der Pfarrer herausgefunden. In den 1920er Jahren hat die Kirchengemeinde das Geläut wieder mit drei neuen Glocken ergänzt. Im Zweiten Weltkrieg wederholte sich dann die Geschichte. Erneut wurden drei Glocken für die Rüstungsproduktion abgebaut und eingeschmolzen. Nach dem Krieg war die Kirchengemeinde nicht mehr in der Lage, den Verlust zu ersetzen. Erst in den 1960er Jahren kam eine Bronzeglocke hinzu.

Schmuckstück des romanischen Glockenturms bildet eine rund 1,3 Tonnen schwere Glocke, die um die Zeit um 1200 stammt, teilte der Pfarrer mit. Als vor rund 50 Jahren die neue Glocke im Turm befestigt wurde, wurden die hölzernen Joche durch Stahljoche ersetzt. Bei der jährlichen Überprüfung der Aufhängung wurden 2009 bereits Risse und Anzeichen von Materialermüdung an den Jochen festgestellt. Die aus dem Mittelalter stammende Glocke wurde nach der Entdeckung sofort stillgelegt. Die Fachleute befürchteten einen Absturz der Glocke.

Neue Joche, diesmal aus geraden Eichenstämmen, sollen die Glocken demnächst halten. Außerdem werden die Klöppel ausgetauscht. "Das Läutwerk muss ebenso verändert werden", sagte Georg Struz. Rund 500 Euro wird die Reparatur kosten. Die Mittel hat die Kirchengemeinde bereits zusammen. Sie setzen sich aus Spenden mit Lotto-Toto Geldern zusammen, sagte er.

Der örtliche Beirat der Kirchengemeinde Loburg hat sich kürzlich dafür ausgesprochen, dass im Turm bald wieder drei Glocken läuten sollen. "Die Realisierung dieses Projektes wird noch viel Zeit in Anspruch nehmen", ist der Pfarrer überzeugt. Schließlich werden die Kosten für eine neue Glocke auf rund 48 000 Euro geschätzt.

Woher das Geld kommen soll ist momentan noch nicht restlos klar. Spender seien aber bereits jetzt herzlich willkommen, sagte der Pfarrer abschließend.