"Wieder einmal", kann Bürgermeister Helmut Behrendt (FDP) voll freudigen Nachdrucks feststellen. Wieder einmal macht ein engagiertes wie konzertiertes Auftreten der Zerbster Kulturszene vier Kulturwochen möglich. Ohne sie, so der Bürgermeister in seiner Festansprache am Sonnabendnachmittag in der Aula des Francisceums, "sind die Monate Februar und März nicht denkbar". Eine Selbstverständlichkeit seien die Zerbster Kulturfesttage dennoch nicht.

Zerbst. Der Auftakt ist gelungen. Der Festakt in der Aula mit Bürgermeisteransprache und Solokonzert von Christoph Reuter (Beitrag oben). Die Vernissage zur Personalausstellung "Ideallandschaften" der Berliner Künstlerin Denise Richardt im Museum der Stadt Zerbst. Dazu die Möglichkeiten zum Besuch der weiteren Ausstellungen und im Museumscafé. Das alles gab es zum Start in die Zerbster Kulturfesttage erstmals "in einem Ritt". Und das komprimierte Programm am Sonnabendnachmittag fand eine große Besucherresonanz.

Ins Gespräch kommen

"Die Kulturfesttage sind ein guter Anlass, auf neue und vertraute Akteure zuzugehen und mit ihnen das Gespräch, den künstlerischen Austausch zu suchen", verweist Helmut Behrendt auf das Gesamt- programm mit 32 Einzelver-anstaltungen und sechs Ausstellungen, gestaltet von 20 Vereinen, Gruppen und Institutionen sowie zahlreichen Einzelkünstlern.

Möglich werde es nur dank "einer engagierten Bürgerschaft, der Begeisterung für Kunst und Kultur". Gemeinnutz und Selbstverwirklichung fänden dabei eine gemeinsame Schnittstelle. "Das Produkt ist eine Bereicherung unseres Lebens und der Lebensqualität", betont der Zerbster Bürgermeister. Nicht, ohne darauf zu verweisen, dass die Zerbster Kulturfesttage nicht möglich wären ohne eine Reihe "anhaltender Partnerschaften" - ob die jährlichen Kulturfesttage, der Erhalt kultureller und sportlicher Einrichtungen, das noch immer notwendig wachsende Miteinander auf Basis der Gemeindegebietsreform. "Vor uns liegen keine Ideallandschaften", geht der Bürgermeister auf die dabei anstehenden Herausforderungen in traditioneller Interpretation des Festtage-Plakates ein.

Jeveraner Beiträge

"Ideallandschaften" hat Denise Richardt ihre Personalausstellung zu den 46. Zerbster Kulturfesttagen genannt (die Volksstimme berichtet gesondert).

Zur Vernissage am Sonnabend im Museum gestaltete Linn Richardt auf der Querflöte den musikalischen Beitrag. Kulturamtsleiter Andreas Dittmann führte in die Ausstellung ein, "gespannt auf die Reaktion der Besucher" und sie einladend "zu einer lebhaften Diskussion heute und in den kommenden vier Wochen".

Im Kreuzgang nahe der Personalausstellung hängen traditionell die Arbeiten der Mitglieder des Künstlerforums Jever. 12 von ihnen zeigen unter dem Titel "Blick" Malerei und Grafik bei diesem mittlerweile 21. Kulturfesttage-Beitrag. Lena Hellhoff-Kranstöver, Juliane Frischenbruder, Ulla Kray und Walter Harms waren zum Kulturfesttage-Auftakt gekommen.

Ebenso wie die Jeveraner Bürgermeisterin Angela Dankwardt (parteilos) sowie ihr Stellvertreter Mike Müller mit Ehefrau Anja. "Tradition, Kontinuität, Engagement und sich wandelnde Ideen" bescheinigte Angela Dankwardt in ihrem Grußwort dem Zerbster Kulturereignis. Es böte "vier Wochen lang ein ausgewogenes Festprogramm für viele Menschen".