Die Verkehrsunfallbilanz 2010 der Polizeidirektion Ost weist Parallelität zur Entwicklung in Sachsen-Anhalt aus.

Dessau/Zerbst. Im Bereich der Polizeidirektion Ost ging es 2010 zu wie in den benachbarten PD-en auch: Die Unfallzahl insgesamt stieg jeweils leicht an, die Zahl der Verletzten und auch der Getöteten jedoch nahm ab. Gerald Voigt, Dezernent Verkehr in der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost in Dessau, ordnete das Unfallgeschehen seines Bereiches problemlos ins Lagebild des Landes ein.

Dass die Unfallzahlen insgesamt leicht anstiegen, liegt vor allem wohl an den "zwei Wintern in einem Jahr". So kam es im Januar 2010 zu 1370 Unfällen, im Dezember sogar zu 1557. Der Monatsdurchschnittswert liegt bei 1187 Unfällen. Am schlimmsten erwischte es den PD-Bereich am 29. November. Ein Wintereinbruch bescherte binnen 24 Stunden insgesamt 130 Verkehrsunfälle mit 14 Verletzten, "glücklicherweise ohne Getötete", so Voigt. Eine derart hohe Tagesbilanz hatte es im Bereich der PD Ost noch nicht gegeben.

Ein auf europäischer Ebene im Jahr 2001 gestelltes Ziel, die Anzahl der durch Verkehrsunfälle Getöteten binnen zehn Jahren zu halbieren, kann Voigt als "übererfüllt" vermelden. 2001 starben im PD-Bereich 74 Menschen bei Verkehrsunfällen, 2004 waren es 76, 2007 sank die Anzahl auf 63, um seither stetig zu sinken. Im Jahr 2010 starben 27 Menschen auf den Straßen der beschriebenen Region. "Damit haben wir einen Rückgang von rund 63 Prozent erreicht", konstatiert Voigt. Um sofort vor unkalkulierbaren Geschehnissen zu warnen. "Es gab bereits schwere Unfälle, beispielsweise mit Reisebussen, bei denen eine hohe Anzahl Getöteter zu verzeichnen war. Vor solchen schweren Unfällen ist man nie gefeit, und natürlich schlägt sich das dann auch negativ in den Statistiken nieder." Auch 2010 hat hierfür ein trauriges Beispiel: Am 13. Februar 2010 kam ein dänischer Reisebus während der Fahrt in Richtung München auf der A 9 von der Fahrbahn ab. Drei Menschen starben, zehn wurden schwer- und 17 leicht verletzt. Grundsätzlich jedoch hätten seine Beamten eine gute Arbeit abgeliefert, wie auch Polizeidirektor Werner Rentsch bekräftigte. Die Anzahl der Getöteten sei kaum beeinflussbar, doch auch bei diesen Unfällen habe es 2010 einen deutlichen Trend zum Besseren gegeben.

Neu bilanziert wird die Anzahl von Unfällen mit schwersten Personenschäden. Weil beispielsweise die Anzahl der Mitfahrenden in einem Unfallauto ausschließlich zufällig ist, sei die Anzahl von Getöteten mit anderen Regionen schwer vergleichbar. Deshalb diese neue Bilanz-Sparte. Sie bringt eine leichte Schwäche ans Licht: Im PD-Bereich gab es 2010 insgesamt 352 Unfälle mit schwersten Personenschäden, was knapp 19 Prozent dieser Unfälle landesweit entspricht. Dem PD-Anteil am Land angemessen wären 17 Prozent. Zugleich weist die Bilanz eine Häufung dieser Unfälle mit schwersten Schäden im Gebiet des Polizeireviers Anhalt-Bitterfeld auf. Der PD-Durchschnitt liegt bei 85 solcher Unfälle, in Anhalt-Bitterfeld (ABI) waren es 105, in Wittenberg lediglich 71. Morgen stellt das Polizeirevier ABI in Köthen seine 2010-er Zahlen vor.