Lindau (dap). "Oh, schwer", stöhnt Maximilian. Mit ganzer Kraft versucht der zierliche Junge die hydraulische Schere in Händen zu halten. Mehrere Kilo bringt das Gerät auf die Waage. Wie der Spreizer kommt es bei Verkehrsunfällen zum Einsatz, erfahren die 17 Zweitklässler der Lindauer Grundschule. "Wir behandeln gerade das Thema Feuerwehr im Unterricht", erzählt Klassenlehrerin Manuela Pahl. Die Idee zu dem erlebnisreichen Ausflug ins Gerätehaus der Ortsfeuerwehr hatte Ulrike Friedrich. Ihr Sohn Arne besucht die zweite Klasse und macht bereits beim Nachwuchstrupp der Lindauer Kameraden mit.

"Am 4. Juni wollen wir eine Kinderfeuerwehr gründen", informiert Ortswehrleiter Fritz Maschke. Das Kinderfest auf der Burg soll dafür den passenden Rahmen bieten. Bis es jedoch soweit ist, können interessierte Mädchen und Jungen zwischen sechs und zehn Jahren bei der Jugendfeuerwehr mitmachen, die sich alle 14 Tage mittwochs ab 17 Uhr trifft. Der nächste Termin sei jetzt am 2. März, lädt Karl-Heinz Stoye die Schüler ein vorbeizuschauen.

Gemeinsam mit Klaus Baake führt der stellvertretende Jugendwart am Freitagvormittag die anschauliche Lehrstunde durch. Auf lockere Art stellen die beiden Kameraden den Zweitklässlern die Ausrüstung und Technik der Feuerwehrleute vor. Dabei dürfen die Kinder vieles ausprobieren. Sie tragen Druckluftflaschen Probe, üben sich begeistert im Funken und versuchen konzentriert, einen Kreuz- knoten zu binden. Rasch vergeht die Zeit. Zum Schluss sehen sich die Mädchen und Jungen noch einen Film über die Einsatzgebiete der Feuerwehr an. Mit dem Wissen, dass die Blauröcke nicht nur Brände löschen, sondern auch ausrücken, um Personen aus Autos zu befreien, Pkw zu bergen oder vor chemischen Gefahren zu schützen, kehren sie zur Schule zurück.

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