Am Donnerstag wird im Ratssaal des Zerbster Rathauses der Denkmalrahmenplan für den Schlossgarten erneut vorgestellt.

Zerbst. Das Bau- und Ordnungsdezernat der Stadt hat die Veranstaltung vor allem organisiert, um die aktuell mit allerlei Halbwahrheiten und Fehlern behaftete Diskussion um den Plan auszuräumen sowie einen öffentlichen Meinungsaustausch zu ermöglichen.

Jedermann ist willkommen, wenn anfangs Landschaftsarchitekt Uwe Merz seinen 2008 vom Stadtrat beschlossenen Landschaftsrahmenplan erneut erläutert, anschließend alle seither bereits erfolgten Einzelprojekte in Erinnerung ruft. Zudem sollen die aktuell laufenden Einzelmaßnahmen dargestellt sowie die absehbar bevorstehenden vorgestellt werden.

Anschließend wird Heike Mortell vom Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege die Zerbster Schlossparkanlage und die Ambitionen des Rahmenplanes kommentieren und mit Blick auf die Parklandschaft Sachsen-Anhalts einordnen. Dem soll ein Gedankenaustausch aller Anwesenden folgen.

Die Denkmalrahmenplanung für den Schlossgarten steht in der Kritik, seit im vorigen Herbst auf seiner Basis der Mittelweg vor der Stadthalle entfernt werden sollte. Dies wurde damals zeitweilig ausgesetzt. Die zehn in einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme befindlichen Arbeitskräfte wurden auf den so genannten Trockenmauerweg entlang des einstigen Westflügels orientiert. Er soll laut Plan Richtung Schlossruine verschoben werden, denn dort verlief er, als das Schloss noch stand.

In dem betreffenden Bereich sind nunmehr alle Gewächse entfernt. Der neue Weg soll nach Beschluss des Haushaltsplanes zur Planung gegeben und voraussichtlich 2012 gebaut werden. Die bisher für diesen Weg entstandenen planerischen Aufwendungen sind Teil der planerischen Begleitung des Schlossgarten-Umgestaltens durch Landschaftsarchitekt Merz, erklärte Amtsleiterin Kerstin Gudella. Bislang liege lediglich eine von Planer Merz zusammengestellte Kostenschätzung vor. Darin enthalten ist übrigens ausschließlich die Herstellung eines geraden Wegeverlaufes vom Katharinaweg zum Stadthalleneingang. Die einstigen Abkürzungen aus barocker Zeit sollen derzeit nicht neu entstehen, betonte sie.

Die Beratung soll für Klarheit unter allen Zerbstern, insbesondere auch den Stadträten sorgen. Momentan herrscht Misstrauen. Einzel-Maßnahmen seien nicht umfassend angekündigt oder zur Beschlussfassung vorgelegt worden, sagen die einen. Dem wird entgegnet, der Bau- und Stadtentwicklungsausschuss sei über alle Details informiert gewesen. Dies gipfelte jüngst in eine Demonstration vor zwei Douglasien, die aus Sicht des Rahmenplanes entfernt gehören, aus Sicht der demonstrierenden Zerbster und Stadtratsmitglieder jedoch nicht.

Unabhängig von der Stimmungslage steht fest, dass die seit knapp drei Jahren laufende Maßnahme Ende Mai ausläuft. Es ist keine Anschluss-Maßnahme in Sicht, so dass sich gestaltende Aktivitäten im Schlossgarten künftig ausschließlich zu Lasten des Stadtsäckels durchführen lassen werden. Als Variation wird aktuell versucht, weitere Stadtsanierungsmittel im Schlossgarten einzusetzen. Mit ihnen sollen bereits vor- angekündigte Arbeiten zur Sicherung der Orangerie-Ruine finanziert werden. Auch hierzu soll es am 24. März Informationen geben.

Der Denkmalrahmenplan selbst jedoch soll aus Sicht der Amtsleiterin lediglich planerisch ergänzt werden. Der Denkmal-Standort ist einzutragen, auch dessen umgebende Szenerie sei neu zu betrachten, ob sie als Denkmal-Kulisse angemessen sei. Dieser prüfende Blick soll unter anderem auch auf die "Tribüne" fallen.

Die Veranstaltung am 24. März im Ratssaal beginnt um 17 Uhr. Sie ist öffentlich. Jedermann hat Rederecht.