Die ersten Frühlingstage bei schönstem Sonnenschein locken nicht nur die Zerbster zum Spazierengehen heraus, sondern auch verstärkt auswärtige Besucher in die Stadt. Bummeln sie über den neu gestalteten Markt, treffen sie nach wie vor auf eine Butterjungfer-Säule "oben ohne" und ein "verwundetes" Roland-Denkmal. Eine Bestandsaufnahme.

Zerbst. "Jetzt kommen die Temperaturen langsam in den Bereich, dass es funktionieren kann", sagt Tischlermeister Volker Pietrek. Tatsächlich allein das Wetter machte es bisher immer noch unmöglich, die Butterjungfer-Säule auf dem Markt wieder zu vervollständigen. Seit Anfang Februar ist die im vorigen Oktober durch einen Unfall abgestürzte und beschädigte Butterjungfer-Figur wieder hergestellt und hat im Refektorium des Museums neben ihrer "Schwester" ein zwischenzeitliches Domizil gefunden. Repariert und frisch vergoldet ist ebenso das auch abgestürzte Kapitell.

Jetzt geht es darum, alle Teile wieder zusammenzufügen. Die dazu nötigen Klebearbeiten "müssen so dauerhaft ausgeführt werden können, damit nicht gleich beim nächsten Windstoß wieder etwas passiert", so Volker Pietrek. Das funktioniert nur, wenn das Wetter stabil Temperaturen im höheren Plusbereich bietet und Feuchtigkeitseinflüsse ausgeschlossen werden können. Das war bisher nicht gegeben.

"Wenn vom Tischler das Ok kommt, werden wir mit dem Bau- und Wirtschaftshof das Wiederaufstellen der Butterjungfer vereinbaren", verweist Kulturamtsleiter Andreas Dittmann nochmals darauf, dass das kein besonders gestaltetes Ereignis werden, der Termin aber schon öffentlich bekanntgegeben werden soll.

Trotz von verschiedenen Seiten geäußerter entsprechender Hinweise ist es bisher nicht vorgesehen, die Butterjungfer mit ihrer Säule durch Poller oder ähnliches zu schützen.

Anders beim Roland. Hier wird der Stadtrat in der kommenden Woche über einen im vergangenen Monat eingebrachten Antrag der CDU-Fraktion beraten, den Eisenzaun wieder aufzustellen. Er war mit der Neugestaltung des Marktes nicht wieder verwendet worden, ist aber beim Bau- und Wirtschaftshof noch vorhanden.

Anlass war der Ende Februar abgefallene Kopf des Hundes am Fuß der Roland-Statue. Zuerst war von Vandalismus ausgegangen worden. Später hatte sich herausgestellt, dass der bereits angeklebte Kopf vermutlich durch Feuchtigkeits- und Frosteinwirkung abgebrochen war.

"Die Reparatur ist in der Steinmetzfirma Keck in Auftrag gegeben und soll demnächst erfolgen", so Hochbauamtsleiterin Kerstin Gudella auf Volksstimme-Nachfrage. Dabei soll auch die gesamte Statue einer Inspektion unterzogen werden. Die Kosten der Reparatur könnten aus noch vorhandenen früheren Spendengeldern der Rolandbrüder bezahlt werden.