Am 5. April soll der Bau- und Stadtentwicklungsausschuss beschließen, die Unterlagen zur Ausschreibung des Ausbaus der Schleibank und der Umgestaltung des Bereiches zwischen St. Nicolai und St. Trinitatis zu erarbeiten. Architekt Hans-Georg Brosig gab am Dienstag dem Ausschuss und interessierten Bürgern einen Überblick, wie die Anregungen aus der ersten Vorstellungsrunde nun umgesetzt und einzelne Details ausgeformt werden sollen.

Zerbst. Die Schleibank wird noch in diesem Jahr ausgebaut und auch das angrenzende Gebiet um St. Nicolai und hinüber zu St. Trinitatis. Die Zerbster Bauverwaltung und auch der Bau- und Stadtentwicklungsausschuss haben keine zeit zu verlieren: Nur noch 2011 kann über die zur Finanzierung anteilig vorgesehenen Stadtumbau-Fördermittel verfügt werden.

Folglich beraumte der Ausschussvorsitzende Helmut Seidler auch sehr zügig zum vorigen Dienstag eine "Arbeitskreis-Beratung" seines Ausschusses ein, um von Architekt Hans-Georg Brosig dessen weiterentwickelte Entwürfe vorgestellt zu bekommen. So konnte Jedermann teilnehmen und sich auch in die Diskussion einbringen.

Das Projekt insgesamt ist mit rund 670 000 Euro im Haushaltsplanentwurf der Stadt veranschlagt. Die Freiraum-Gestaltung neben dem Schleibank-Ausbau ist hierbei ein 235 000 Euro starker Teilbetrag. Die fortgeschrittene Entwurfsplanung, so Helmut Seidler, sei mit der Kirchgemeinde, dem Förderkreis St. Nicolai und auch der Landeskirche insoweit abgestimmt, dass sie keine jetzige oder künftige Nutzung der Kirchenruine selbst infrage stellt. Für die Anlieferung der Weihnachtsmarkt-Buden beispielsweise ist die bisherige Zufahrt auch künftig vorhanden.

Neu zu betrachten ist die Regenwasser-Ableitung des Mittelturmes durch Wasserspeier. Sie sind noch kein Jahr alt und müssen dennoch durch eine andere technische Lösung ersetzt werden. Dafür sei der Besitzer der Immobilie Nicolaikirche zuständig.

Womit die Erläuterungen zum vorgesehenen Wegesystem an der Reihe wären. Brosig schlägt einen geschlängelten, höchstens zwei Meter breiten Weg rings um die Ruine vor. Zwischen "Liefereinfahrt" St. Nicolai und Bäckerstraße ist dieser Weg etwas breiter vorgesehen. Vor dem Haupteingang in die Ruine - durch den Mittelturm - stellt sich der Architekt vier niedrige Hecken vor, die optisch zum Eingang leiten. Ansonsten sind auch die strahlenförmig in die Horizontale projizierten Außenpfeiler der Kirche begehbar. So kommt man künftig sehr schnell auf den Rundweg um die Kirche oder von dort beispielsweise zur Bushaltestelle.

Brosig sieht ferner die Möglichkeit vor, dass eventuell in der Zukunft wieder geöffnete einstige Portale der Kirchruine (beispielsweise am Chor) dann auch direkt über den Rundweg von außen erreichbar sind. Hier sollen Stauden oder eben nur Scherrasen angelegt werden, was schnell mit einer sandgeschlämmten Decke versehen und somit begehbar würde.

Zur Bushaltestelle hatte Brosig viel zu bedenken. Dass sie möglicherweise in sechs oder sieben Jahren verlagert wird beispielsweise. Aber auch, dass die im ersten Entwurf fix "Spiegeleier" benannten Bus-haltestellen-Überdachungen diesen Titel verlieren. Dass sich die Haltestelle möglichst dem freien Blick von der Heide bis in die Bäckerstraße in den Weg stellt. Heraus kam der Vorschlag, den bisherigen Gehweg zwischen Haltestelle und Salzstraße zur Haltestelle umzufunktionieren. Sollten tatsächlich einmal mehrere Busse zeitgleich hier halten, so könnte dies auch auf der Salzstraße selbst geschehen, wenn die Fläche im Inneren der Haltestelle besetzt wäre. Er schlägt vor, den Bushaltestellenbereich zu pflastern.

Die Schleibank selbst soll asphaltiert werden. Als Erschließungsstraße wird sie Breite einbüßen, entlang des südlichen Bordes werden 21 Pkw-Stellplätze für die Anwohner vorgesehen. Hier müsse dann mit Anwohner-Parkscheinen gearbeitet und so vermieden werden, dass Mieter des Generationenhauses hier parken statt auf der für sie vorgesehenen kostenpflichtigen Parkfläche.

Anfragen von Ausschussmitgliedern wie dem Publikum führten dann zu diesem Fazit: Der Fachausschuss möchte die vorgesehene neue Beleuchtung bemustern und mit Alternativen vergleichen können. Die Planung soll die Zugänge zu bisher verschlossenen einstigen Nicolaikircheneingängen berücksichtigen. Und: Zur Bepflanzung der Beete zwischen den Strahlen werden Stadt und Experten separat hinzugezogen.