Während beim Zweifelderballturnier stets die Luft brennt, glühen beim Mathewettstreit die Köpfe der jungen Rechner. Längst haben sich die alljährlichen Vergleiche der Grundschulen Dobritz, Lindau und Loburg zu einer schönen Tradition entwickelt. Nun schickten die Einrichtungen ihre besten Leser aus den Klassen 2 bis 4 ins Rennen. Und wie es der Zufall wollte, kehrte jede Schule mit einem Lesekönig heim.

Lindau. Die Lindauer sind in diesem Jahr die Gastgeber für den traditionellen Lesevergleich. 27 Mädchen und Jungen finden sich dazu am Dienstagnachmittag in dem Backsteinbau unterhalb der Burg ein. Jede Schule hat ihre jeweils drei besten Leser der Klassen 2 bis 4 ins Rennen geschickt. Außerdem bringt jede Einrichtung neben Lehrern auch Eltern und Großeltern mit, die die einzelnen Jurys besetzen.

Für jede Alterstufe gibt es eine sechsköpfige Bewertungskommission. Neben drei Lehrern setzt sich diese aus drei Mütter beziehungsweise Omas zusammen, was Margitta Sens besonders freut. "Wir sind froh, dass sie sich die Zeit nehmen, ihre Kinder und Enkel zu unterstützen", sagt die Lindauer Schulleiterin. Der eigene Nachwuchs wird allerdings nicht bewertet. Das gilt ebenfalls für die Lehrer. Schließlich soll die Jury unparteiisch ihr Urteil fällen.

"Wir achten auf Lesefehler, die Betonung und das Tempo", erläutert Margitta Sens. Darüber hinaus gibt es Punkte für den Gesamteindruck. Maximal fünf können vergeben werden - das entspricht einem "super".

Dann wird es für die jungen Teilnehmer ernst und die Aufregung steigt. Parallel startet in jeder Klassenstufe der Wettbewerb um die Krone des Lesekönigs. In der ersten Runde lesen die Mädchen und Jungen einen Text, den sie sich zuvor aus drei Vorschlägen auswählen konnten. Einige Wochen hatten sie Zeit, ihn zu üben. "Ich habe ihn abends immer laut vorgelesen", berichtet der Lindauer Drittklässler Marvin Gehrmann.

Völlig unbekannt ist den Schülern bis zu diesem Nachmittag der Pflichttext, auf den sie sich fünf Minuten vorbereiten dürfen. Dann müssen sie beweisen, wie gut und schnell sie fremde Texte erschließen können. Dabei gibt es nicht nur manch Stolperstelle zu überwinden wie ein kniffliges Wort. Die Nervosität spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. "Ich war aufgeregt und da ist es schwieriger vorzulesen", gesteht Drittklässlerin Celina Knoch aus Dobritz.

Schließlich ist das Vorlesen beendet. Für die Mädchen und Jungen heißt es nun, sich zu gedulden, während die drei Jurys die vergebenen Punkte zusammenrechnen und die Platzierungen sortieren. Zur Auswertung finden sich alle im Musikraum ein. "Ich finde, ihr habt das alle ganz super gemacht", wendet sich Margitta Sens an die Schüler. Sie würdigt vor allem, dass mancher seinen Lesefehler selbst verbessert hat.

Bevor die Siegerehrung stattfindet, erhält jedes Kind eine Teilnahmeurkunde und einen kräftigen Applaus. Die Spannung steigt. Wer gehört zu den Platzierten? Wer wird in seiner Klassenstufe Lesekönig? Nach und nach lüftet Margitta Sens das Geheimnis und sorgt so für strahlende Gesichter und stolze Eltern. Und wie es der Zufall will, kehrt jede Schule mit einem Sieger heim.

Die Loburger Zweitklässlerin Linda Obst bekommt als erste die Krone aufgesetzt. Nach ihr nimmt Niklas Heuberger von der Grundschule Dobritz auf dem gepolsterten Thron Platz. Der Junge, der gern Wissensbücher verschlingt, hat sich unter den Drittklässlern eindeutig an die Spitze gesetzt. Bei den Schülern der vierten Klasse bewies Caitlin Swierczek das meiste Talent und holte damit auch eine Krone nach Lindau. "Ich lese ganz viele Bücher", erzählt das Mädchen von ihrer Leidenschaft für Pferdebücher und Krimis.

Zusätzlich zu den Urkunden dürfen sich die besten Drei jeder Klassenstufe noch einen Preis aussuchen. Mancher greift zu einem Spiel oder einem Plüschtier, das Gros jedoch nimmt sich eines der ausliegenden Bücher. Denn Lesen macht Spaß und es bildet. Deshalb ist der Wettbewerb auch mit dem Satzanfang überschrieben: "Wer lesen kann..." Eine Ergänzung hat Margitta Sens sofort parat. "Wer lesen kann, ist besser dran", erklärt sie lächelnd.

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